Bauhaus-Universität Weimar

Beteiligung der Reduktase im Prozesse der Alkoholgärung. 
Von 
W. Palladin. 
(Pflanzenphysiologisches Institut der Universität St. Petersburg.) 
(Der Redaktion zugegangen am 23. April 1908.) 
Die hervorragenden Untersuchungen E. Buchners und 
dessen Mitarbeiter1) zeigen, daß Alkoholgärung mit der lebenden 
Zelle nicht untrennbar verknüpft ist; dieser Prozeß wird viel¬ 
mehr durch ein spezifisches Enzym, Zymase, hervorgerufen. 
Späterhin kamen E. Buchner und ebenso Stoklasa2) zu dem 
Schlüsse, daß Glukose nicht unmittelbar zu Alkohol und Kohlen¬ 
säure verarbeitet, sondern zunächst in zwei Moleküle Milchsäure 
gespalten wird : 
G6H1206 - 2C3H603 
Milchsäure wird alsdann zu Alkohol und C02 zerspalten. 
C3H603 = C2Hfi0+C02. 
Obschon ich obige Voraussetzung nicht für endgültig nach¬ 
gewiesen halte, denn Milchsäure könnte auch als Spaltungs¬ 
produkt der EiweißstofTe aultreten,3)‘schließe ich mich dennoch 
der Meinung der genannten Forscher in der Beziehung voll¬ 
kommen an, daß aus Glukose nicht unmittelbar Alkohol und 
Kohlensäure entstehen. 
Ich vermute ebenfalls, daß am Spaltungsprozesse des 
Zuckers in Alkohol und Kohlensäure mehrere Enzyme teilnehmen, 
hs muß vor allem darauf hingewiesen werden, daß die Rein¬ 
darstellung der Zymase bis jetzt nicht gelungen ist. Sowohl im 
Hefepreßsaft als im Zymin und ebenfalls in den aus verschie¬ 
den Pflanzensäften erhältlichen Alkoholniederschlägen finden 
*) E- Buchner, H. Buchner u. M. Hahn, Zvmasegärung, 1903. 
*) Stoklasa, Diese Zeitschrift, Bd. L, S. 303, 1907. 
3) Katsuji Inouye u. Kondo, Diese Zeitschr., Bd.LIV, S.481,1908. 
Hôppe-Seylèr’s. Zeitschrift f. physiol. Chemie. LVI. 0
        

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