Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage nach der Identität der Pepsin- und Chymosinwirkung
Person:
Hammarsten, Olof
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18714/36/
Zur Frage nach der Identität der Pepsin- und Chymosinwirkung. 
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II. Methode zur Darstellung pepsinfreier Chymosinlösungen. 
\\ enn man den Magensaft oder die Infusionen mit ver¬ 
schiedenen Stoffen fällt, so erhält man regelmäßig Niederschläge, 
welche beide Enzymwirkungen zeigen, und wenn man die eine 
Wirkung zum Teil vernichtet, so findet man ebenfalls eine Ab¬ 
schwächung der anderen. Wir kennen also, so weit mir be¬ 
kannt, kein Agens, welches nur auf das eine Enzym — wenn 
man zwei solche annimmt — wirkt; aber dagegen hat es sich 
gezeigt, daß wenigstens in den Kalbsmageninfusionen nicht alle 
1 allungsmittel die beiden Enzyme gleich vollständig Ausfällen 
und nicht alle Agentien gleich stark auf beide einwirken. Hierin 
liegt die Möglichkeit, Enzymlösungen darzustellen, welche nur 
die eine, aber nicht die andere Wirkung zeigen. 
Die zur Darstellung pepsinfreier Chymosinlösungen ver¬ 
wendeten Methoden bestehen in der fraktionierten Fällung mit 
Bleiacetat oder Magnesiumcarbonat, und ich werde hur die 
Anwendung des letzgenannten Fällungsmittels hier besprechen. 
Beim Schütteln mit Magnesiumcarbonat (Hydratocarbonas mng- 
nesius. in dem folgenden der Kürze halber einfach Magnesia 
genannt) werden beide Enzyme zum Teil niedergerissen und 
zum Teil, infolge der entstandenen alkalischen Reaktion, zer¬ 
stört. Dies gilt indessen nicht in gleich hohem Grade für 
beide, sei es, daß die Infusion von Anfang an verhältnismäßig 
mehr Chymosin als Pepsin enthält, oder daß das letztere 
leichter gefüllt oder vernichtet wird. Darum kann man nach 
diesem Pnnzipe Enzymlösungen erhalten, welche noch kräftig 
Iahend wirken, aber peptisch fast oder praktisch ganz unwirk¬ 
sam sind. 
Eine unbedingte Voraussetzung für das Gelingen der Me¬ 
thode muß also die sein, daß die Infusion von Anfang an 
kräftig labend wirkt. In meinem im Jahre 1872 in schwe¬ 
discher Sprache erschienenen Aufsatze habe ich {deshalb auch 
gesagt, daß die Infusion so chymosinreich sein muß, daß sie 
mich der Neutralisation und Verdünnung mit dem zwanzigfachen 
Volumen Wasser die Milch in dem Verhältnisse 1:5 innerhalb 
einer Minute bei 37» koagulieren kann, eine Forderung, die
        

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