Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage nach der Identität der Pepsin- und Chymosinwirkung
Person:
Hammarsten, Olof
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18714/20/
Zur Frage nach der Identität der Pepsin-und Chymosinwirkung. 37 
dünnen mit dem gleichen oder einem größeren Volumen Säure 
nie kräftiger, sondern immer etwas schwächer als in unver¬ 
dünntem Zustande verdauten. Der Gehalt an verdauungs¬ 
hemmenden Stoffen, wenn solche überhaupt vorhanden waren, 
hatte also keine störende Wirkung. 
In dem Vorigen, in einer Fußnote, habe ich bemerkt, 
daß ich die filtrierten Infusionen im Brutofen erwärme, bis ich 
sicher bin, daß keine weitere Vermehrung des Enzymgehaltes 
stattfindet. Dies war für die Pferdeinfusionen besonders wichtig. 
Eine solche, neubereitete Infusion, welche einige Tage kalt auf¬ 
bewahrt worden ist, kann nämlich nach dem Neutralisieren 
iast unwirksam aul Milch sein, während sie Eiweiß reichlich 
verdaut, und man könnte also glauben, daß sie fast nur Pep¬ 
sin und kein Chymosin enthält. Läßt man sie aber mehrere 
Stunden im Brutofen stehen, so kann sie nach der Neutrali¬ 
sation die Milch vielleicht in 5—10 Minuten koagulieren, während 
sie vorher erst nach Stunden wirkte. Für die Kalbsmagen¬ 
infusionen, welche schon von Anfang an kräftig labend wirken, 
ist der Unterschied bedeutend kleiner. Wahrscheinlich handelt 
es sich hier um eine Umwandlung des Zymogens in Enzym, 
wenn auch andere Möglichkeiten denkbar sind. Für die Ver¬ 
suchsanordnung ist dieses Verhalten jedenfalls von der aller¬ 
größten Wichtigkeit, weil man ohne Kenntnis hiervon ganz 
fehlerhafte Schlüsse ziehen könnte. 
Versuch 1. Magen von einem alten Pferde. Die unverdünnte 
Infusion enthielt 0,89 °/o feste Stoffe. Sie wurde mit Salzsäure von 0.2 °/o 
verdünnt, so daß der Gehalt an festen Stoffen 0,340° o war. Dies geschah, 
um einen Vergleich mit einer Kalbsmageninfusion von ebenfalls 0,340” * 
festen Stoffen zu ermöglichen. Beide wurden mit CaCO, neutralisiert 
und nach 20 Stunden filtriert. 
A. Pferdemageninfusion koagulierte Milch in 55—«0 Minuten. 
B. Die Kalbsmageninfusion koagulierte die Milch so rasch, daß sie 
mit CaCl#-Lösung (aus 0,2 °/o HCl, durch Neutralisation mit CaCO, he- 
iviteh auf ‘/to verdünnt wurde. Die so verdünnte Infusion Iahte die Milch 
m 1 Minute 45 Sekunden, also in rund 2 Minuten. 
Es wurden nun beide LösungeU auf den Säuregrad 0.2 ®VHCl ge¬ 
macht behufs Verdauungs versuche nach Mett. 
Nach 24 Stunden. Nach »S Stunden. 
A Pferd) 4.9 2025 
B Kalb) 4.0 ; (*4
        

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