Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Kenntnis des Hämatins. 
547 
Experimenteller Teil. 
I. Der früher1) gegebenen Beschreibung der Methode zur 
Darstellung der Hämopyrrole, die im voranstehenden Teil wieder¬ 
holt ergänzt wurde,2) habe ich nur noch hinzuzufügen, daß bei 
Verwendung von Dehydrochlorid-Hämin die Hälfte der für Hämin 
gebrauchten Eisessigmenge zur Lösung des Farbstoffs im Verein 
mit der Jodwasserstoffsäure3) genügt, entsprechend braucht 
man dann auch weniger Natronlauge zur Neutralisation. Hervor¬ 
heben möchte ich, daß ich die besten Ausbeuten an Hämo- 
pyrrolen bei Anwendung eines mäßigen Wasserdampfstroms 
erhalten habe, so daß in einer Stunde nur ca. 350 ccm Destillat 
gewonnen werden, zum Ausschütteln mit Äther also 450 ccm 
Flüssigkeit4) gelangen, die ca. 8°/o Schwefelsäure enthalten. 
Die saure Lösung wird dann 3—4 mal mit je 200 ccm 
Äther ausgeschüttelt,5) der sich hierbei stark färbt; die Ex¬ 
trakte wurden dann sofort der Destillation unterworfen, so daß 
das im Laufe des Vormittags hergestellte S-Hämopyrrol spätestens 
am Nachmittag zur Oxydation gelangte. 
Nach möglichster Entfernung des S-Hämopyrrols wurde 
dann unter starker Kühlung mit der berechneten Menge Natron¬ 
lauge ganz allmählich alkalisch gemacht, so daß der in der 
Flüssigkeit gelöste Äther nicht entweicht, und dann das A-Hämo- 
pyrrol extrahiert, wozu gewöhnlich eine dreimalige Ausschüttelung 
mit je 200 ccm Äther ausreicht. Dieser ätherische Auszug aus 
der alkalischen Lösung war stets nur gelb gefärbt, erst beim 
Abdestillieren des Äthers, was nach dem Trocknen durch Na¬ 
triumsulfat erfolgte, trat stärkere Färbung ein und der Rück¬ 
stand erschien als ein braungelbes Öl, das sich beim Stehen 
im Exsikkator über Schwefelsäure intensiv braunviolett färbte. 
0 Ber. d. Deutsch, chem. Ges., Bd. XXXVII, S. 2472 ; Bd. XXXV, 
S. 2953; Liebigs Ann. d. Ch., Bd. CCCXLVI, S. 23. 
2) Vergl. S. 534/5. 
3) Diese allein bewirkt keine vollständige Lösung. 
4) Einbegriffen sind 100 ccm verd. Schwefelsäure, welche 20 ccm 
konzentrierte Säure enthalten. 
5) Vergl. Tab. IV u. V, S. 533; bei den Versuchen im August 1906 
nur dreimal; bei denen im März 1907 mußte 6—9mal ausgeschüttelt 
werden, Spuren von Hämopyrrol lösten sich dann immer noch.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.