Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Kenntnis des Hämatins. 
545 
von 8 Atomen Sauerstoff in der Kälte.J) Einstmals wurden 
hierbei 14°/o vom verwendeten Hämatin ätherlösliche Rohsäure 
erhalten.2) Größere Mengen Hämatinsäure bilden sich erst bei 
stärkerer Einwirkung des Oxydationsmittels in der Wärme. 
Daraus folgt nun ebenfalls, daß einmal ein Komplex im 
Hämatin vorhanden sein muß, der sehr leicht in Hämatinsäure 
übergeht, und dann ein anderer, welcher schwieriger oxydabel 
ist. Der letztere dürfte es sein, welcher auch Hämopyrrol 
liefert, gibt doch auch das Gemisch von Oxydationsprodukten, 
das nach der Einwirkung von 12 Atomen Sauerstoff zurück¬ 
bleibt, bei der Reduktion mit Jodwasserstoff und Jodphosphonium 
Hämopyrrol.3) Der erste kann aber nach allem entweder die 
Carboxylgruppe bereits enthalten oder sie durch Hydrolyse 
liefern, also einem der folgenden Formelbilder entsprechen: 
HC 
/ \ / 
HOC C = CV 
oder I | /NH 
H,C C = C/ 
\ / H 
ch2 
Für diesen Teil der Molekel des Hämatins wären dann 
Zwischenprodukte mit höherem Molekulargewicht als die Hämatin¬ 
säure nicht zu erwarten, wohl aber für den zweiten, und ich 
konnte bereits auf eine Säure hinweisen,4) die sich allem An¬ 
schein nach aus Hämatinsäure und Rernsteinsäure zusammensetzt. 
») In alkalischer Lösung zerfällt das Hämatinmolekül schwieriger, 
übrigens im Gegensatz zum Bilirubin ; ich folgere das allerdings nur aus 
einem Versuch, bei dem nach einer Analyse zu urteilen 3 Atome Sauer¬ 
stoff in Form von Natriumsuperoxyd glatt aufgenommen wurden. Die 
Zusammensetzung des Produkts entsprach der Formel C34H32OsN4Fe recht 
gut in Anbetracht des Umstandes, daß nicht besonders gereinigtes Häma¬ 
tin zur Verwendung gelangte. 
0,2500 g Substanz gaben 0,5412 g C02, 0,110 g H20 und 0,030 g Fe.,03 
0,2015 » » » 14 ccm N bei 17° und 746 mm B. 
Berechnet für C34H3,08N4Fe: °/o C 60,0 °/o H 4,71 °/o N 8,23 % Fe 8,23 
Gefunden: 59,05 4,92 7,9 8,3 
*) Diese Zeitschrift, Bd. XXVIII, S. 17, und Bd. XLIV, S. 396/8. 
3) Diese Zeitschrift, Bd. XLIV, S. 405. 
4) Ber. d. Deutsch, pharm. Ges., Bd. XVI, S. 397. 
\ / 
COOH C = CV 
\ I /NH 
ch2 C = CG 
\ / H
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.