Bauhaus-Universität Weimar

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William Küster 
neuem Material zu studieren; als Reduktionsmittel wurde wieder 
Zinkstaub in saurer Lösung gewählt, die Trennung der stereo¬ 
isomeren bisubstituierten Bernsteinsäuren nach der von A u w e r s *) 
angegebenen Methode mit Hilfe der Kalksalze durchgeführt. 
Dabei hat sich nun ergeben, daß die fumaroide Form in der 
Tat in überwiegender Menge entsteht, allerdings mußte die 
Reduktion bei Wasserbadtemperatur und in schwefelsaurer 
Lösung ausgeführt werden und währte auch dann noch bei Ver¬ 
wendung von 5 g des Anhydrids zwei bis drei Tage. Es mag 
hierbei die Schwerlöslichkeit des zu reduzierenden Anhydrids 
eine Rolle spielen, und die lange Dauer des Prozesses im Verein 
mit der erhöhten Temperatur die Umwandlung der als primäres 
Produkt zu erwartenden maleinoiden Form in die fumaroide 
begünstigt haben. Konnte ich doch zeigen, daß bei der Re¬ 
duktion der leicht in Wasser löslichen Hämatinsäure bei nie¬ 
derer Temperatur die maleinoide Hämotriearbonsäure (Fp. 140°) 
in etwas größerer Menge als die hochschmelzende fumaroide 
Form (Fp. 175°) erhalten wird.* 2) Noch bessere Ausbeuten an 
der ersteren erhielt ich dann bei Verwendung des Imids der 
Hämatinsäure,3) und es wird sich gewiß lohnen, die Imide 
bisubstituierter Maleinsäuren einmal daraufhin zu untersuchen, 
ob bei ihrer Reduktion nicht auch vorwiegend das maleinoide 
Produkt entsteht. Rei der Hämatinsäure sind also die folgen¬ 
den Reobachtungen zu verzeichnen: 1. In alkalischer Lösung 
tritt praktisch keine Reduktion ein, 2. das Anhydrid C8H8Oä 
liefert in saurer Lösung bei niederer Temperatur die beiden 
Formen, die maleinoide aber in etwas größerer Menge,4) 3. das 
Imid C8H904N unter den gleichen Bedingungen vorwiegend die 
letztere Form. Aus der ungesättigten Säure bilden sich also 
jedenfalls die beiden stereoisomeren gesättigten Säuren, während 
*) Liebigs Ann. der Chem., Bd. CCXCVIII, S. 154 
*) Liebigs Ann. der Chem., Bd. CCCXLV, S. 40. 
*) 1. c., S. 53. 
4) Auch bei der Reduktion mittels Jodwasserstoff bei 150° wird 
die cis-Form in größerer Menge erhalten, bei dieser Temperatur dürfte 
aber bereits eine zweite Umwandlung stattgefunden haben, denn die trans- 
Säure geht beim Erhitzen über ihren Schmelzpunkt in die cis-Form über.
        

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