Bauhaus-Universität Weimar

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William Küster 
mehrte. Es waren nadelförmige Krystalle, die sich sehr leicht 
in Wasser lösten, ihr Zersetzungspunkt lag bei 145° (Prä¬ 
parat I). 
ß) Die ätherische Lösung des Anhydrids wird beim Ein¬ 
leiten von Ammoniak sofort getrübt, und allmählich bildet sich 
ein sehr voluminöser Niederschlag, so daß es zweckmäßig ist, 
in größerer Verdünnung zu arbeiten. Aus 2 g Anhydrid, gelöst 
in 100 ccm Äther, wurden 2,2 g des Anlagerungsproduktes, 
das hier amorph erschien, gewonnen (Präparat II). 
I. 0,0387 g Substanz gaben 5,2 ccm N bei 21° und 744 mm B. 
II. 0,0918 » » » 12,3 » » » 20° » 744 » » 
Berechnet für C8HuOsN2: Gefunden: 
I. II. 
°/o N 15,05 14,97 15,01. 
Das Aj-Tetrahydrophthalsäureanhydrid nimmt also unter 
den angegebenen Bedingungen zwei Molekeln Ammoniak auf. 
b) Die Darstellung des Imids der Aj-Tetrahydro- 
phthalsäure erfolgte nach zwei Methoden. 
a) Durch Destillation des soeben beschriebenen Ammo¬ 
niakanlagerungsproduktes (5 g), wozu ein Fraktionskolben mit 
weitem Ansatzrohr verwendet wurde. Beim Erhitzen im Blei¬ 
bade trat Zersetzung des Inhalts bei 80°, durch Ammoniak¬ 
entwicklung kenntlich, ein, dann destillierte Wasser ab, bei 
150° begann erneut die Abspaltung von Ammoniak aus der 
nun völlig geschmolzenen Masse und bei 318—320° destillierte 
ein schwach gelb gefärbtes Produkt über, das in der Vorlage 
erstarrte. Die Reinigung geschah durch Aufnahme in Äther und 
Ausschütteln der gelben, grün fluorescierenden ätherischen 
Lösung zunächst mit 3°/oiger Sodalösung, wodurch die Fluores- 
cenz verschwand und 0,8 g Aj-Säure entfernt wurden, dann 
mit 40°/oiger Salzsäure, welche die färbenden Substanzen weg¬ 
nahm. Nach Abdestillation des Äthers verblieben 1,6 g des 
Imids in großen zu Büscheln vereinigten Nadeln vom Schmelz¬ 
punkt 169—170° (Präparat I). 
ß) Durch Erhitzen des Anhydrids (je 1,5 g) mit (20 ccm) 
bei 0° gesättigter alkoholischer Ammoniaklösung im Rohr ; die 
besten Ausbeuten lieferte hierbei eine dreistündige Einwirkung 
bei 160°.
        

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