Bauhaus-Universität Weimar

Chemische Untersuchungen an Octopoden. 
V on 
M. Henze. 
.rhemiVh-physiôlogisrhes Laboratorium der Zoolopis. hen Station, Neapel.) 
(Der Redaktion zugegangen am 19. März 1908.) 
Die folgenden Beobachtungen suchen einen weiteren Bei¬ 
trag zur Kenntnis des chemischen Stoffhaushaltes der Octopoden 
zu bringen. In einer früheren Arbeit1) wurde gezeigt, daß weder 
in den Muskeln noch in der Leber (Hepatopankreasj dieser 
Tiere Glykogen zur Ablagerung kommt. Das Glykogen fehlt 
völlig bei diesen Cephalopoden. Diese auffallende Tatsache gab 
die Veranlassung, zunächst einmal zu prüfen, inwieweit eventuell 
IVntosen von Bedeutung für den Stoffwechsel dieser Tiere sind 
und ob möglicherweise auf Pentosane Rücksicht zu nehmen ist. 
bekanntlich w'urde von Röhmann2) im Hepatöpankreas von 
Af’lysien ein Pentosan gefunden; freilich ist dasselbe identisch 
mit dem aus der Nahrung stammenden Rhamnösan von Ulva 
lactuca, welche die Nahrung dieser Tiere bildet, und da under¬ 
wits bei Aplysia das Hepatöpankreas zugleich ein Resorptions- 
wgan ist, stammt das darin vorkommende Pentosan offenbar 
aus der Nahrung und ist nicht als Reservematerial analog dem 
tdvkogen aufzufassen. 
Pentosengehalt des Octopusorganismus. 
Nachdem durch eine Reihe qualitativer Vorversuche das 
V "r kommen von Pentosen im Organismus der Octopoden sicher- 
*’ Renze> Beiträge zur Muskelchemie der Octopoden, Diese 
/• itsrhrift. Bd. XLIII, S. 477. 
*i K Röhmann, Einige Beobachtungen über die Verdauung der 
>!arke bei Aplysien und das Rhamnosan der Ulva lactuca. Sonderabdruck 
-1 us Sal ko wsk is Festschrift.
        

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