Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die zur Darstellung von Lecithin und anderen Phosphatiden aus Pflanzensamen verwendbaren Methoden
Person:
Schulze, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18692/2/
Über die zur Darstellung von Lecithin verwendbaren Methoden. 339 
Weise aus Cerealiensamen gewonnenen Präparate besitzen nach 
dem in unserem Laboratorium von E. W int erste in und 
0. Hiestand1) ausgeführten Untersuchungen eine kompliziertere 
Zusammensetzung als das Lecithin und sind demnach als Phos¬ 
phatide zu bezeichnen, unter welchem Namen man heutzutage 
alle in Äther und Alkohol löslichen Phosphorverbindungen, die 
in.den Organismen Vorkommen, zusammenzufassen pflegt. 
Bei Anwendung des beschriebenen Verfahrens ist es günstig 
für die Darstellung des Lecithins und anderer Phosphatide, daß 
man für dieselbe ein zuvor vom Fett befreites Material benutzt, 
ein Umstand, der besonders wichtig war, solange man keine 
Lösungsmittel kannte, mit deren Hilfe man die Phosphatide 
vom Fett trennen kann. Anderseits aber wird die Ausbeute an 
Pliosphatiden dadurch verringert, daß man bei Befolgung jener 
\ orschrift nur denjenigen Teil der Phosphatide gewinnt, der in 
dem bei Behandlung der zerriebenen Samen mit Äther ver¬ 
bliebenen Rückstände noch enthalten ist. Da nun bei der Ex¬ 
traktion mit Äther bald ein geringerer, bald ein größerer Teil der 
Phosphatide in Lösung geht, so war von vornherein zu erwarten, 
daß man bei Anwendung jenes Verfahrens auf verschiedene 
Pllanzensamen eine sehr ungleiche Phosphatidausbeute erhalten 
werde. Dieser Erwartung entsprachen auch die Ergebnisse 
unserer Versuche. Während Leguminosen- und Cerealiensamen, 
wenn sie in der beschriebenen Weise behandelt wurden, uns 
Mets eine relativ beträchtliche Quantität von Phosphatid lieferten, 
war die Ausbeute daran sehr unbedeutend bei den Samen von 
Cucurbita Pepo (Kürbis), .luglans regia ( Walnuß), Oorylus avellana 
(Haselnuß) und Amygdalus communis (Mandel», offenbar deshalb, 
weil diese Samen bei der Entfettung mittels Äther au letzteren 
schon den größten Teil der in ihnen sich verbindenden Phos¬ 
phatide abgegeben hatten. 
Man muß nun fragen, in welcher Weise aus Samen von 
solchem Verhalten Lecithin und andere Phosphatide sich dar- 
eilen lassen, ln Beantwortung dieser Frage ist zunächst darauf 
aufmerksam zu machen, daß auch aus dem Verdampfungsriick- 
Mande des ätherischen Extraktes, dem sogenannten Rohfett, 
‘) Diese Zeitschrift. Hd. LIV, S. 2HH.
        

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