Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis des Mechanismus der Guajakreaktion nebst Bemerkungen zu den sich daraus ergebenden Schlußfolgerungen
Person:
Carlson, C. E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18689/2/
2t) 1 
Zur Kenntnis des Mechanismus der Guajakreaktion. 
l iurklärlic-hes liegt über diesem augenblicklichen Aufnehmern 
mul Abgeben von Hydroxyl oder Ozon bei dieser Reaktion. 
Eine nähere Untersuchung cjer Sachlage dürfte mithin 
nicht nur interessant, sondern notwendig und jedenfalls den 
Fachleuten willkommen erscheinen. 
ln den folgenden Darlegungen will ich mm zu zeigen 
versuchen, wie ich durch vergleichende Reaktionen eine na¬ 
türlichere und richtigere Erklärung des Mechanismus in dieser 
Reaktion gefunden zu haben glaube. 
Zunächst möchte ich als feststehende Voraussetzung au- 
fuhren, dal!, wenn man zu Guajaktinktur — sei diese nun 
aus Guajakharz -}- Spiritus oder aus Lignum Guajaci-J- Spiritus 
hergestellt — ein oder mehrere Reagenzien hinzufügt und die 
linktur dann eine reine blaue Farbe annimmt, eine Oxydation 
der Guajaktinktur oder richtiger des Guajakharzes stattgefunden 
hat. Gegen diese Auffassung, die ja gang und gäbe ist, dürfte 
wohl nichts einzuwenden sein. 
Wie sich aus meinem früheren Aufsatze über dieses Thema 
ergibt, gelangte ich zu der Annahme, dal! das Hydroxyl eine 
entscheidende Rolle bei den erwähnten Vorgängen spiele. 
Von dieser Annahme bin ich auch hier wieder ausgegangen, 
sie hat mir bei der neuen Untersuchung beständig vor Augen 
geschwebt, aber — wie sich, weiter unten zeigen wird — zu 
.einem anderen Ergebnis geführt. 
Die Stoffe, die in meinem früheren Aufsatz als die Gua.jak- 
tiiiktnr blaulärbend hingestellt wurden, waren bereits von 
vornherein gegebene bestimmte chemische Individuen (z. R. Chlor, 
Eisenchlorid, Eisenoxydhydrat u. a.). Im folgenden soll nun 
über die Versuche gehandelt werden, die in der ausgesprochenen 
Absicht vorgenommen wurden, um sozusagen diejenigen Hy¬ 
droxylgruppen zu fangen, deren Entstehen etwa bei chemischen 
l msetzungsprozessen denkbar war, und diese darauf der vor¬ 
handenen Guajaktinktur zuzusetzen, bevor die Reaktion ihren 
Abschluß erreicht hatte. 
Wie mich deuchte, mußte dies glücken, falls meine An- 
"ithir.e richtig war, dal! Hydroxyl Guajaktinktur blau färbe. 
>ehcn wir nun zu. wie es sich in Wirklichkeit damit verhält.
        

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