Bauhaus-Universität Weimar

Dio Atimingspigmente der Pflanzen. 
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Mütter färbten sich nach und nach und sind schließlich voll¬ 
ständig schwarz geworden; zu dieser Zeit war auch die (Ko¬ 
produktion zu Ende. Eine Reduktion des Pigmentes wurde 
bei erfrorenen Blättern nicht wahrgenominen. Die Sauerstolf- 
atmung erfrorener Blätter wurde offenbar dadurch ermöglicht, 
daß ein Atmungschromogen vorrätig war. Die Oxydationsprozesse 
der Pflanzen scheinen also höchst komplizierte Erscheinungen 
zu sein, die von verschiedenen Faktoren abhängig sind. 
Aus obiger Darlegung ist der Schluß zu ziehen, daß die 
Funktion der Atmungsoxydasen sich folgendermaßen präzisieren 
läßt: Die Oxvdasen absorbieren molekularen Sauer¬ 
stoff und übertragen ihn alsdann auf die Atmungs- 
ehromogene. Einige Oxvdasen machen es selbständig (Laoease), 
andere dagegen (Peroxydase) bedürfen der Anwesenheit eines 
Superoxyds (Oxygenase). 
Die im Atmungsprozesse mit den Oxvdasen zusammen¬ 
wirkenden Atmungspigmente sind in lebenden Pflanzen als farb¬ 
lose Chromogene enthalten. Zum Nachweis der Atmungspigmente 
ist eine Steigerung der Oxydationsprozesse oder eine Hemmung 
der Reduktionsprozesse erforderlich. Als Objekte können be¬ 
nutzt werden : weiße Zuckerrübe, Kartolfelknollen, Agaricus 
eampestris, Keimlinge von Vicia Faba. Der Saft dieser Pflanzen 
färbt sich erst rot, dann aber schwarz. Die Bildung des roten 
Atmungspigmentes kann bei diesen Pflanzen mikroskopisch be¬ 
obachtet werden, indem man Schnitte mit Wasserstoffsuper¬ 
oxyd bearbeitet. Da das fragliche Pigment ein Abbauprodukt 
der Eiweißkörper ist, so muß bei vielen zu untersuchenden 
Pflanzen eine weitgehende Eiweißspaltung stattfinden; dieselbe 
wird dadurch herbeigeführt, daß man die Versuchsobjekte bei 
antiseptischer Versuchsanstellung einer Selbstverdauung unter¬ 
wirft. Zu derartigen Objekten gehören Weizenkeime'Und Weizen¬ 
keimlinge. 
Es gibt noch eine Kategorie der Pflanzen, die selbst nach 
erfolgter Selbstverdauung beinahe farblose Säfte liefern, denn 
da die Oxydation der betreffenden Chromogene* durch Peroxy¬ 
dase allein nicht möglich ist, so bedarf es dazu noch der An¬ 
wesenheit von einem Superoxyd. Nach Zusatz von Wasser- 
Hoppe-Seyler's Zeitschrift f. physiol. Chemie. LV. !•>
        

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