Bauhaus-Universität Weimar

Die Fettspaltung durch Lungengewebe. 
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von Hunden, von Schweinen, vom Hornvieh (Schafen, Kälbern, 
Ochsen), von Pferden und schließlich vom Menschen in ver¬ 
schiedenem Lebensalter. 
Den Zahlenangaben über Zersetzung natürlicher und künst¬ 
licher Fette durch Lungengewebe muß ich folgendes hinzufügen. 
Wie bereits erwähnt, kann man in Versuchen mit frischem 
Lungengewebe verschiedener Tiere oder des Menschen, welches 
unter streng aseptischen Kautelen in Gegenwart von Wasser 
mit irgend einem natürlichen oder künstlichen Fett vermengt 
war, Veränderung der Reaktion und Anwachsen der Acidität 
beobachten. Eine Reihe von Versuchen, welche das Wesen 
dieser Erscheinung aufklären sollten, ergab, daß wir es in dem 
Falle mit einem komplizierten Prozesse, welcher nicht nur von 
einer Ursache, d. h. Freiwerden irgend einer Fettsäure aus 
dem zersetzten Fette allein, sondern von Ursachen verschie¬ 
dener Art abhängt, zu tun haben. 
Die Reaktion des einem eben getöteten Tiere frisch ent¬ 
nommenen Lungengewebes ist entweder eine schwach alka¬ 
lische, oder aber öfters eine neutrale, nicht selten eine schwach 
saure (0,05—0,1 ccm V20-KHO); wird das Lungengewebe unter 
aseptischen Kautelen aufbewahrt, so nimmt es schon an und 
für sich, sowie in Gegenwart von Wasser eine saure Reaktion 
an, welche allmählich anwächst. Das Anwachsen der Acidität 
wird nicht nur im Rrutschrank bei 37,5—38° C., sondern auch 
bei Zimmertemperatur beobachtet werden. Im ersten Falle läuft 
es energischer ab und äußert es sich in höheren Zahlen, als 
wie im zweiten. Lungengewebe zum Beispiel, welches von 
einem eben getöteten Tiere, im gegebenen Falle vom Hunde 
stammte, zeigte in der Quantität von 5 g, welche nach Zer¬ 
kleinerung mit dem zehnfachen Quantum Wasser vermengt 
waren (in Gegenwart antiseptischer Stoffe), eine neutrale Re¬ 
aktion. Nach 1—2 Stunden sind zur Neutralisation 0,5—0,8 ccm 
V20-KHO, nach 18 Stunden bei Zimmertemperatur 1,6—1,9 ccm 
P20-KHO erforderlich. Ein ebensolches Gemenge, welches jedoch 
im Brutschrank gestanden hatte, erforderte nach 24 Stunden 
^ bis 4,9 ccm 1/2o-Normalkalilauge zu seiner Neutralisation. 
Die beschriebene Erscheinung ist auch am Lungengewebe an-
        

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