Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage nach der Identität der milchkoagulierenden und proteolytischen Fermente
Person:
Sawitsch, W. W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18680/21/
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W. W. Sawitsch, 
Dagegen häufen sich die Tatsachen, die zugunsten der 
Identität milchkoagulierender und proteolytischer Fermente 
sprechen, mehr und mehr an. In der Arbeit Fleischers!^ 
wurde auf den Zusammenhang zwischen der gelatinespaltonden 
und milchkoagulierenden Wirkung der Bakterienfermente hin¬ 
gewiesen. Die Bakterienkulturen wurden mittels Filtration durch 
Ghamberlandsche Kerzen sterilisiert; das Filtrat wurde neu¬ 
tralisiert und auf die Koagulation sterilisierter Milch hin, welcher 
man Säure beigefügt hatte, untersucht. Als Kontrolle dienten 
Portionen mit gekochtem Filtrat und Wasser. Es ergab sich, 
daß die Bakterienliltrate, welche Gelatine flüssig machten, die 
Milch koagulierten, während diejenigen, unter deren Wirkung 
Gelatine nicht flüssig wurde, auch die Milch nicht gerinnen 
machten. Die Filtrate von b. acidi lactici koagulierten nicht, 
da die Koagulation der Milch mittels dieser Bakterien von der 
Bildung einer Säure, nicht aber eines Fermentes abhängt. Ferner 
hat der Autor gezeigt, daß das Anwachsen beider Funktionen 
bei Kulturen verschiedenen Alters parallel läuft. Endlich wirkten 
die Bakterienfiltrate nicht nur auf die Gelatine, sondern ver¬ 
dauten auch Eiweiß. 
Kürzlich konnte nun Jacoby(lf>) ein proteolytisches Fer¬ 
ment in Labpräparaten nachweisen, sowie eine parallele Ver¬ 
minderung beider Funktionen beim Erwärmen. Bei der.Unter¬ 
suchung der Wirkung der Antikörper auf das Chymosin fand 
der Verfasser «keinen Grund, welcher eine Spezifität der Anti¬ 
körper gegen Lab und Pepsin sicherstellen und von dieser Seite 
aus eine Trennung notwendig machen könnte». 
Die Annahme einer Identität der milchkoagulierenden und 
proteolytischen Fermente hat schon zu einer Erklärung des 
Einflusses der Alkalien auf das Pepsin geführt (Tichomirow : 
dieser Einfluß ist nämlich, als ein Übergang des Pepsins in 
einen latenten, inaktiven Zustand erklärt worden. Nur von 
der Annahme einer Identität ausgehend, konnten wir eine wirk¬ 
liche Verdauungskraft des pylorischen Saftes entdecken. Im 
allgemeinen halten wir es für sehr wichtig, die eine Wirkung 
durch die andere zu kontrollieren. Dies schützt am besten 
gegen falsche Schlußfolgerungen. Die Proben auf Koagulation
        

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