Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage nach der Identität der milchkoagulierenden und proteolytischen Fermente
Person:
Sawitsch, W. W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18680/13/
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W. W. Sawitsch, 
achten, daß sich in den Extrakten immer große Mengen der¬ 
artiger Stolle befinden, während in den reinen Säften1) sehr 
wenige vorhanden sind. Es ist daher sehr schwer, mit Extrakten 
zu arbeiten und sehr leicht, ein Auseinandergehen der beiden 
Funktionen zu erhalten. Außerdem ist uns noch ein inte res¬ 
santer Fall vofgekommen, der sehr leicht ein Auseinandergehen 
beider Funktionen hätte Vortäuschen können. Wir hatten ein 
käufliches Präparat flüssigen Labferments bekommen, das vor¬ 
züglich koagulierte und schlecht verdaute. Die Ursache hier¬ 
von war zum Teil eine alkalische Reaktion und ferner das 
Vorhandensein von Antipepsinen und von Stoffen, die die Ko¬ 
agulation beschleunigen. Zieht man alles dies in Betracht, su 
erhielten wir statt der Spuren einer Verdauung eine ganz 
ordentliche Verdauung, aber eine geringere, als mit den Magen¬ 
säften nach dem Äquivalent der Koagulation. Als Ursache 
hiervon ergab sich die schnelle Zerstörung des Fermentes durch 
das Stehen in saurer Lösung. So koagulierten 0,6 Lab, bis zu 
L>"/oö angesäuert, 10,0 Milch in 2'35", nachdem sie 18 Stunden 
im Thermostaten gestanden hatten — in 20'4G", der Äquivalent 
aber des Magensaftes-vor dem Stehen in Thermostaten in 2,£),‘ 
nach dem Stehen — in 2*40“. Auf diese Weise muß man . 
einen besonderen, wenig widerstandsfähigen Zustand des fer¬ 
mentes annehmen, den labilen Zustand. Linen analogen Zu¬ 
stand erhielten wir, wenn wir den dialysierten Magensaft mit 
Cholestearin nach Schrumpf!9) bearbeiteten. Dieser Autor be¬ 
arbeitete den dialysierten Preßsaft mit Cholestearin und erhielt 
ein Pepsinpräparat ohne Eiweiß (negative biuretische Reaktion . 
Dieses Pepsin verdaute ganz gut, koagulierte aber nicht. V einer 
bemerkte der Verfasser auch eine leichte Zerstörung dieses Pep¬ 
sins. Wir wiederholten diese Versuche, nur mit dem Unterschiede, 
daß wir dialysierten Magensaft nahmen und ein Pepsinpräparat 
erhielten, das sich ebenfalls beim Stehen schnell zerstörte. 
Dennoch konnten wir eine milchkoagulierende W irkung ent¬ 
decken, obwohl dieselbe allerdings erst nach 3—4 Stunden 
eintrat. Wenn wir aber zu der Milch Säure, oder noch bester 
*) Unter dem Wort «Saft» verstehen wir nur natürliche Sokrete. 
aber nicht Extrakte.
        

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