Bauhaus-Universität Weimar

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W. Meigen und A. Spreng, 
kohol nahm diese eine rein weiße Farbe an und ließ sich nach 
dem Trocknen mit Alkohol und Äther zu einem staubfeinen 
Pulver zerreiben. Das noch nicht vollkommen trockene Gummi 
war sehr hygroskopisch. Diese Eigenschaft verlor sich aber 
völlig, wenn es mehrere Tage im Vakuumexsikkatorüber Schwefel¬ 
säure getrocknet wurde. Die Ausbeute betrug etwa 49/o der 
Trockensubstanz der Hefe. Frische Hefe gab eine etwas bessere 
Ausbeute als die getrocknete. Warum es Cas agrandi nicht 
gelungen ist, das Präparat zu erhalten, ist nicht wohl einzusehen. 
Das erhaltene Pulver löste sich in Wasser, Alkalien und 
Säuren leicht zu einer gelblichen, schwach opalisierenden Flüssig¬ 
keit. Außer durch Alkohol wird es durch alkalische Bleiessig¬ 
lösung, Barytwasser und Fehlingsche Lösung gefällt, ohne 
dabei reduzierend zu wirken. Es zeigte also dieselben Reak¬ 
tionen wie das von Nägeli und Loew erhaltene Gummi. 
Zum genaueren Vergleich bestimmten wir das spezifische 
Drehungsvermögen eines Präparates, das durch dreimaliges 
Fällen mit Alkohol erhalten war. Die Fällung wurde derart 
ausgeführt, daß die mäßig konzentrierte Gummilösung unter 
Fmrühren in feinem Strahl in die 5—lOfache Menge absoluten 
Alkohols gegossen wurde. Man darf die Lösung nicht zu kon¬ 
zentriert anwenden, sonst ballt sich das Gummi sogleich zu 
Klumpen zusammen und die erzielte Reinigung ist nur unbe¬ 
deutend. Andererseits darf die Lösung auch nicht zu verdünnt 
sein, da das Gummi dann in sehr feiner Verteilung ausfällt 
und sich nicht absetzt. Ein Abfiltrieren ist aber infolge der 
schleimigen Beschaffenheit unmöglich. Wenn sich das Gummi 
abgesetzt hat, gießt man die überstehende Flüssigkeit ab und 
ersetzt sie durch frischen, absoluten Alkohol. Dieser entzieht 
dem Gummi im Verlauf eines Tages fast alle Feuchtigkeit, so 
daß man es jetzt auf einer Nutsche absaugen und mit Alkohol 
und Äther vollends trocknen kann. Diese Operationen wurden 
dreimal wiederholt und das so erhaltene aschefreie Pulver im 
Trockenschrank 15 Stunden bei 110° getrocknet. Viel höher 
durfte die Temperatur nicht gesteigert werden, da sonst ein 
Teil der Substanz in einen wasserunlöslichen Zustand überging, 
in einzelnen Fällen sich sogar zersetzte. Zur Bestimmung des
        

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