Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch der psychopathologischen Untersuchungs-Methoden
Person:
Sommer, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18676/42/
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Cerebraler Einfluss auf Reflfex» 
veranlassenden Momenten zutage tritt. Und man könne weiterhin 
annehmen, dass aus dem Nachweis solcher Schwankungen 
von motorischen Reaetionen ein Schluss auf eine gewisse 
generelle Disposition der Nervensubstanz eines Indi¬ 
viduums gemacht werden könnte. Ohne mich hier weiter auf 
Hypothesen einzulassen, constatire ich nur die eine wichtige That- 
sache, dass zwei periodische Erscheinungen .auf scheinbar 
ganz verschiedenen Gebieten bei dem gleichen Individuum 
Zusammentreffen, und dass bei der relativen Seltenheit dieser 
Erscheinungen eine zufällige Co'incidenz sehr unwahrscheinlich ist. 
Das gleiche Phänomen habe ich bisher bei einer grossen Zahl 
von untersuchten Individuen nur in sehr seltenen Fällen gefunden 
Beispiel: C. R., 4. Y. 1895, rechtes Bein. Aeqn. 700. K- GO0. G. 150. 
Fig. 12. 
Fig. IS. 
Beschreibung. Auf den ersten Schlag (Fig. 12) erfolgt ein normal 
hoher Ausschlag mit zwei weiteren Senkungen und einer Hebung. Auf¬ 
fallend ist die Form des Ueberganges von Hebung zu Senkung, der als 
gerade Linie erscheint (cfr. Fig. 21 bis 27 unter 11.). Die folgenden Aus¬ 
schläge werden progressiv geringer, heben sich dann wieder. Die zweite 
Reihe (Fig. 13) zeigt die gleichen Eigenschaften. 
Krankengeschichte: Conrad R. aus B., Landwirth, geb. 1867, kam 
in die psychiatrische Poliklinik in Giessen am 11. Y. 1896. Er klagt über 
Schmerzen im linken Bein, Beschwerden beim Gehen. Das Bein fing an 
müde und steif zu werden. Seit letztem Herbst langsam entstanden (NB. keine 
Versicherungsansprüche, Simulation kommt nicht in Betracht). „Das Bein 
klappte nach.“ Der Anfang war im Manöver. Er war 6 Stunden marschirt 
und musste Zurückbleiben. Nach 11/i Stunden ging es wieder besser. Zu 
Hause trat es wieder auf und verschlimmerte sich allmählich.
        

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