Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Untersuchung des Pulses und ihre Ergebnisse in gesunden und kranken Zuständen
Person:
Frey, Max von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18672/221/
Die zeitliche Verschiedenheit des Pulses. 213 
an, vorausgesetzt dass die Niveaudifferenz zwischen Manometer 
und Schlauchmitte unverändert bleibt, die Drehung also um 
eine durch die Schlauchmitte gehende Axe geschieht. Einen 
solchen Punkt muss es unter gewissen Bedingungen auch für 
das Blutgefässsystem gehen. L. Hermann (34) hat diesen Punkt 
den statischen Indifferenzpunkt genannt und seine Lage 
an der Thierleiche empirisch bestimmt. Für Drehungen um 
eine frontale Axe liegt er in einer Linie, welche etwa durch 
die Herzspitze geht. 
Eine solche Bestimmung ist streng nur giltig und aus¬ 
führbar unter der Bedingung, dass durch die Neigung des 
Körpers eine Verschiebung oder Lageveränderung der einzelnen 
Körpertheile, sowohl Gliedmassen, wie Eingeweide gegen¬ 
einander nicht stattfindet. Aus diesem Grunde können beim 
Menschen die ausgestreekt liegende und die sitzende, sowie 
die sitzende und stehende Stellung keinen gemeinsamen In¬ 
differenzpunkt haben. 
Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Inhalt des Böhren¬ 
systems in einer strömenden Bewegung begriffen ist, deren 
beschleunigende Kraft sich zur Fallbeschleunigung algebraisch 
addirt, sowie dass die Strömung in einem Theil des Gefäss- 
systems periodisch geschieht, wodurch der Indifferenzpunkt 
mit dem Pulse periodisch hin- und herschwankt, ähnlich wie 
dies für den Schwerpunkt Mosso (66) nachgewiesen hat. Auch 
wäre die Contractilität der Gefässe in Bechnung zu ziehen. 
Alle_ diese Umstände machen die Bestimmung des statischen 
Indifferenzpunktes theoretisch wie praktisch ausserordentlich 
schwierig und nur bis zu einer gewissen Annäherung aus¬ 
führbar. 
Nimmt man einen Indifferenzpunkt als gegeben an, so 
folgt, dass Drehung des horizontal liegenden Körpers um jede, 
nicht durch denselben gehende Axe den Druck im fest¬ 
stehenden Manometer ändern muss und zwar steigern, wenn 
der Indifferenzpunkt höher rückt, herabsetzen, wenn er tiefer 
zu liegen kommt. Dies ist in der That von verschiedenen 
Untersuchern: Salathé (83), Cybulski (13), S. Friedmann (23) 
experimentell an Thieren gefunden worden. 
Auf eine von diesen hydrostatischen Wirkungen unab¬ 
hängige allgemeine Veränderung des mittleren Blutdruckes
        

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