Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Untersuchung des Pulses und ihre Ergebnisse in gesunden und kranken Zuständen
Person:
Frey, Max von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18672/219/
Die zeitliche Verschiedenheit des Pulses. 
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Rollet (78 S. 299). Vgl. Fig. 83. Letzterer bemerkt übrigens, 
dass der Dikrotus in diesem Falle eine andere Gestalt bat 
und einigermassen an die Pulsform bei Fiebernden erinnert, 
ferner dass der Versuch bei Wiederholung inconstante Resul¬ 
tate gibt. Man müsste also, wenn Verwirrung vermieden 
werden soll, verschiedene Arten von dikrotem Puls unter¬ 
scheiden. Es ist mir wahrscheinlich, dass an dem Dicrotus, 
welcher im Beginn eines Valsalva’schen Versuches auftritt, 
die rasche Herzaction bei sehr geringer diastolischer Füllung 
wesentlichen Antheil hat. Da aber die Frequenz bald wieder 
abnimmt und wohl auch vasomotorische Erregungen (Dispnoe) 
zur Geltung kommen, so gewinnt der Puls bald wieder eine 
andere Form. - 
Mit den beschriebenen Veränderungen dürfen nicht solche 
verwechselt werden, welche durch die Verlagerung der Curven- 
reihe entstehen. Hierauf hat schon Knoll (44) aufmerksam 
gemacht. Hebt sich die Curvenreihe, so sind die abfallenden 
Schenkel der einzelnen Pulscurven weniger steil, mehr der 
Horizontalen sich nähernd. Senkt sich die Curvenreihe, so 
wird der abfallende Schenkel jedes Pulses sehr steil. Im 
ersteren Falle treten alle secundären Wellen sehr deutlich 
hervor, sie heben sich als deutliche Spitzen und Thäler von 
der nur wenig geneigten Grundlinie ab; im zweiten Falle 
werden sie durch den steilen Abfall verzerrt und undeutlich. 
Es ist nicht zulässig, daraus auf einen anderen Ablauf der 
Wellen ohne Weiteres zu schliessen. 
Geht die Veränderung der Schlagfolge soweit, dass der 
Puls unregelmässig wird, so können Pulsformen von schwer 
zu entwirrender Form entstehen. Manche Herzschläge werden 
wegen mangelhafter Füllung so klein und rücken so nahe an 
einen vorausgehenden heran, dass aus dem Pulsbilde kaum zu 
erkennen ist, ob man es mit einer neuen systolischen oder mit 
einer secundären Welle zu thun hat. Aufschreibung des Herz- 
stosses wird dann in den meisten Fällen Klarheit bringen. 
Für gewisse Formen durch die Athmung deformirter Puls¬ 
curven hat Klemensiewicz (43) eine Deutung versucht, in¬ 
dem er durch die Athembewegungen selbst Pulswellen in den 
Arterien erzeugen lässt. Führt man diese Vorstellung aus, so 
würde z. B. durch eine heftige Exspiration eine Bergwelle 
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