Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Untersuchung des Pulses und ihre Ergebnisse in gesunden und kranken Zuständen
Person:
Frey, Max von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18672/170/
162 Der Arterienpuls und seine örtlichen Verschiedenheiten. 
dass das, was man gewöhnlich als primäre Erhebung bezeichnet, 
unmöglich etwas Einheitliches sein kann. Fig. 63 stellt die 
Sphygmogramme meiner linken Temporalis, Radialis und 
Pediaea dar, welche bei gleicher Körperlage unmittelbar hinter¬ 
einander mit demselben Instrumente geschrieben sind. Die 
verschiedene Höhe ist ohne Belang; die Pulsformen sind typisch. 
Der erste Gipfel in der Temporaliscurve kann nicht auf 
Schleuderung beruhen, weil die Radialiscurve trotz grösserer 
Anfangsbeschleunigung ihn nicht besitzt. Es frägt sich also, 
soll man der primären Erhebung in der Temporalis eine 
Dauer von 0,15 Sec. zuschreiben gegen 0,3—0,4 Sec. in Radialis 
und Pediaea; oder soll man den zweiten Gipfel der Temporalis¬ 
curve als Hauptgipfel betrachten, wobei wieder unerklärt bleibt, 
warum derselbe einen Vorschlag besitzt. Noch deutlicher wird 
die Verschiedenartigkeit der primären Erhebungen, wenn man 
eine möglieht centrale Arterie mit einer peripheren vergleicht. 
(Siehe unten.) 
Aehnliche Schwierigkeiten ergeben sich für die Benennung 
der übrigen Erhebungen. Man pflegt als dikrotische Er¬ 
hebung die am stärksten hervortretende Zacke im abfallenden 
Schenkel der Curve zu bezeichnen. Zuweilen ist eine solche 
nicht nachzuweisen. Fast alle Beobachter stimmen aber darin 
überein, dass sie, wenn sie vorhanden ist, eine sehr verschiedene 
Grösse relativ zum Hauptgipfel und eine wechselnde zeitliche 
Lage besitzt. 
Sehr ausführlich hat sich Landois (27 S. 181) mit der 
dikrotischen Erhebung beschäftigt. Er findet, dass jener Gipfel, 
den er als Rückstosselevation bezeichnet, um so weiter von dem 
primären abrückt, je entfernter die sphygmographirte Stelle 
vom Herzen liegt. Von einem und demselben Individuum ver- 
zeichnete er Pulscurven der Axillaris, Radialis, Femoralis und 
Pediaea und fand den zeitlichen Abstand des Gipfels der „Rück¬ 
stosselevation“ vom Anfangspunkte der Curve 
in 
der 
Axillaris im 
Mittel gleich 0,40 Sec. 
» 
» 
Radialis „ 
» 
„ 0,39 „ 
V 
JJ 
Femoralis „ 
V 
„ 0,60 „ 
V 
» 
Pediaea „ 
V 
„ 0,52 „ 
Eine damit in Uebereinstimmung stehende Angabe rührt 
von v. Kries (25) her. Er misst an seinen Sphygmogrammen
        

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