Bauhaus-Universität Weimar

Ueber den Farbensinn bei indirectem Sehen. 
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Sector 101 —102° betragen musste. War er kleiner als 100°, 
so erschien das Grün im indirecten Sehen gelblich, war er 
grösser als 102°, so erschien es bläulich. Das gleich helle 
Grau wurde hergestellt durch Mischung von 210° Schwarz mit 
150° Weiss; auch hier betrugen, wie sich aus einer grösseren 
Zahl von Versuchen ergab, die Grenzen, innerhalb deren der 
weisse Sector geändert werden konnte, ohne dass die Mischung 
heller oder dunkler erschienen wäre als die graue Fläche, 
durchweg weniger als 3°. 
Wie man sieht, gestattet die Methode für die roth- 
grünblinde Netzhautzone eine sehr genaue Messung der 
weissen Valenz der bezüglichen farbigen Lichter. Wenn 
man die Gleichung zwischen demselben Grau der oberen 
Fläche und einem Gemisch aus Weiss und Schwarz in der 
üblichen Weise auf dem Kreisel bei directem Sehen her¬ 
stellt, erreicht man kaum eine grössere Genauigkeit. Ich 
bestimmte für das directe Sehen bei einem Grau, dessen 
weisse Valenz bei Horizontallage des Rahmens ca. 222° be¬ 
trug, die Fehlerbreite (aus 40 Versuchen) auf 2°; (Grenzen: 
2211/2° und 223 V). 
Hat man in der beschriebenen Weise für eine belie¬ 
bige rothgrünblinde Netzhautstelle den grünen oder rothen 
Kreisfleck zum Verschwinden gebracht, also für diese Stelle 
die Gleichung zwischen dem Grau und dem Grün oder 
Roth hergestellt, so gilt diese Gleichung auch für jede 
beliebige andere Stelle der rothgrünblinden Netz- 
hautparthieen, d. h. der Fleck bleibt unsichtbar, 
gleichviel auf welche Stelle des rothgrünblinden 
Theiles der Netzhaut man sein Bild fallen lässt. 
Es fragt sich nun, ob die für den rothgrünblinden 
Theil der Netzhaut bestimmte weisse Valenz der bezüglichen 
rothen und grünen Pigmentlichter auch für die farbentüch¬ 
tigen Stellen denselben Werth hat. Dabei ist wieder von der 
intramacularen Netzhautzone abzusehen, weil hier durch die 
chromatische Absorption ein Intensitätsverlust der stärker 
brechbaren Strahlen eintreten und dadurch die weisse 
v. Graefe’s Archiv für Ophthalmologie. XXXV. 4. 3
        

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