Bauhaus-Universität Weimar

Ueber den Farbensinn bei indirectem Sehen. 
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Bestimmungen zwischen 497 ft« und 494 ft“, für das Blau 
zwischen 472 ft“ und 470 ft“. — Um die Cardinalpunkte 
bis auf eine Wellenlänge genau angeben zu können, wäre 
es nöthig, die Beobachtungen in einem noch viel grösseren 
Umfange anzustellen und auch die Wellenlängen noch ge¬ 
nauer, als es durch unsere graphische Interpolation mög¬ 
lich war, zu bestimmen. 
Durch das unveränderliche Gelb wird die als gelbwer- 
thig, durch das unveränderliche Blau die als blauwerthig 
bezeichnete Hälfte des Spectrums je in eine roth- und eine 
grünwerthige Strecke getheilt, deren Farben in der oben 
besprochenen Weise den Ton ändern. 
Die genannten drei Cardinalpunkte im Spectrum waren 
vor einer Reihe von Jahren im Prager Institute für die Augen 
des Herrn Professor Biedermann nach einer anderen Me¬ 
thode annähernd bestimmt worden; hierbei hatte sich ergeben 
(im Mittel): 
für Gelb die Wellenlänge 576 w* 
für Grün „ „ 501 ft“ 
für Blau „ „ 477 ft“ 
Ich selbst hatte zu Beginn meiner Untersuchungen, ohne 
Kenntniss von den Biedermann’schen Zahlen zu haben, mit 
demselben Apparate wie er, aber nicht nach der von ihm be¬ 
nutzten Methode, sondern mit Hilfe des indirccten Sehens, eine 
grössere Reihe von Bestimmungen vorgenommen und war dabei 
zu nahezu den gleichen Ergebnissen gelangt; ich hatte gefunden: 
für Gelb die Wellenlänge 577 ft“ 
für Grün „ „ 500—497 ft“ 
für Blau „ „ 477—475 ft“ 
Bei dem hierzu benutzten Apparate wurde mittels einer achro¬ 
matischen Linse ein reelles Bild des mit dem bezüglichen ho¬ 
mogenen Lichte erfüllten Spaltes auf das Objectiv eines klei¬ 
nen Fernrohres entworfen; man sah also durch dessen Ocular 
ein an passender Stelle angebrachtes Diaphragma in einem (je 
nach der Spaltweite) mehr oder weniger homogenen Lichte 
leuchten. Vorher ging (da der Apparat eigentlich zur Herstel¬ 
lung von Farbengleichungen diente), das homogene Licht noch 
durch ein total reflectirendes Prisma, welches nur die Hälfte
        

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