Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über das Reduktionsvermögen animalischer Faserstoffe
Person:
Ulrich, Gustav
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18658/3/
Studien über das Reduktionsvermügen animalischer Faserstoffe. 27 
wieweit jedoch die Fasersubstanz in ihrem reduzierenden Ein¬ 
flüsse jenem der genanntem Substanzen überlegen ist, ist, da die 
Summe von Vorgängen, welche unter dem Namen «Heizprozeß* 
zusammengefaßt werden, eine durchaus nicht kleine ist, schwer 
testzustellen. 
Ich habe bereits auf Einzelheiten dieser Prozesse1) gleich 
Knecht, Suida u. a. m. hingewiesen. 
Der allbekannte Vorgang, die Wolle mit.Kaliumbiehromat 
und Schwefelsäure zu behandeln, führt, wie in der Praxis der 
Färberei geübt, zu einer Fixation von Chromsäure- und Chrom¬ 
oxydverbindungen auf der Faser: die Farbe der so behandelten 
Wolle ist mehr oder weniger braun, so daß Nietzki2) der 
Meinung Ausdruck verlieh, man hätte es hier mit der Bildung 
eines Chromchromats oder ähnlichen Verbindungen zu tun. 
Wie eine einfache Versuchsreihe lehrty ist man durch 
geringe Erhöhung der Schwefelsäuremenge während des Heiz¬ 
prozesses leicht imstande, zu einer durch den Grünstich der 
Farbe als wenigstens der Hauptsache nach Chromoxydver¬ 
bindung aufweisenden Faser zu gelangen. Diesbezügliche Ver¬ 
suche wurden mit je ,5 g entfetteter und gut gewaschener 
Wolle3) mit 11/2°/n4) Kaliumbichromat und 2, P: B und 80/o 
konzentrierter Schwefelsäure bei ca. 100° C. während IV* Stun¬ 
den bei einem Gesamtvolumen von 250 ccm der Flüssigkeits- 
menge ausgeführt. Bereits ein Zusatz von 4a/o Schwefelsäure 
bedingte — soweit die Grünfärbung der so behandelten Wolle 
es erkennen läßt — eine nahezu totale Reduktion der Chrom¬ 
säure, welche Reduktion diesfalls nur auf Kosten der Faser 
erfolgt sein kann. Die durch die Säure bedingte langsam fort¬ 
schreitende Hydrolyse der Fasersubstanz bewirkt durch die 
hierbei gebildeten Spaltungsprodukte die allmähliche Reduktion ; 
\> Jahresbericht d. k. k. Lehranstalt f. Textilindustrie in Brünn, 
im/07, S. 25. 
*) Dr, Lehne, Färberzeitung, Bd. I, 1880/90, S. 205. 
) Die Wolle wurde erst mit destilliertem Wasser gewaschen, ge¬ 
trocknet und hierauf mit Äther extrahiert; sie zeigte einen Aschegehalt 
von 0,56 °/o und enthielt 10,68 °/o Wasser. 
4j Die Prozentangaben beziehen sich auf das Wollgewicht.
        

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