Bauhaus-Universität Weimar

17 T Otto C.ohnheim. 
auf 30 kg, so kommen nach obiger Zahl auf 100 g und Stunde 
zum mindesten 270—300 mg CG.,. Zu gauz ähnlichen Werten 
gelangt man, wenn man in Tigerst edts1) Versuchen die C0*-- 
Werte für ruhende und sich bewegende Menschen vergleicht. 
Die Zahlen sind natürlich Minimalzahlen, denn der quergestreifte 
Muskel produziert auch in der Kühe Kohlensäure. Trotzdem 
sind die Zahlen etwa 10 mal so hoch, wie die für die Darm- 
muskulatur. Man kann auch nicht einwenden, daß die Darm¬ 
muskeln sich nicht mit hinreichender Kraft betätigt hatten. 
Bei 40° sieht man den gefüllten Darm sich ununterbrochen 
umherwinden, sich krümmen und herumwälzen, und wenn man 
ein Steigrohr in das eine Ende des gefüllten Darms einsetzt,*-1 
so sieht man die Flüssigkeit immerfort pulsieren, als Beweis, 
daß ein fortwährend wechselnder Druck von 5—10 cm Wasser 
d 
auf sie ausgeübt wird. 
Die glatte Muskulatur, deren Stolfwechsel hier zum ersten 
Male gemessen wird, hat also eine Kohlensäureproduktion, 
die nicht nur um ein Vielfaches kleiner ist, als die aller unter¬ 
suchtem Drüsen, sondern sie ist auch mindestens 10 fach kleiner, 
als die der quergestreiften Muskeln. Die großen Summanden, 
die den (Jasweehsel des Körpers bedingen, sind die Arbeit der 
Drüsen und die Arbeit der quergestreiften Muskeln, die der 
glatten Muskeln ist von ganz anderer und viel kleinerer Größen¬ 
anordnung. 
Der geringe Stoffumsatz, den die glatte Muskulatur für 
ihre Arbeit erfordert, ist aber von mehrfachem Interesse. Einmal 
hängt es wohl damit zusammen, daß die glattmuskeligen Or¬ 
gane, der Darm, der Uterus (E. Kehren,s) das Herz auch 
bei Warmblütern so auffallend lange außerhalb des Körpers 
am Leben bleiben. Das geringe Sauerstoffbedürfnis des 
Herzens hat Magnus4) ja direkt gezeigt. Und zum anderen 
') K. Sonden u. R. Tigersted!, Skandinav, Arch. f. Physiologie. 
IM. VI. S. 1 <18!»5). 
*) O. C.ohnheim. Zeitschrift f. Biol., Bd. XXXVIII, S. 425 (1H00 
0 ;E. Kehrer, Arch. f. Gynäkologie, Bd. LXXXI, H. 1(1906); 
*) B. Magnus, Arch. f. exper. Path. u. Pharmakol.. Bd. XLVII. 
S. m (11102).
        

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