Bauhaus-Universität Weimar

Über die Bildung von Pyrimidinderivaten aus Purinkörpern. 511 
noch konnte die Weide Ische Reaktion im Extrakt erhalten 
werden. 
Ferner habe ich nach der Extraktion mit Äther die Haupt¬ 
menge der Schwefelsäure mit Barytlösung ausgefällt, das Baryum- 
sulfat wurde sorgfältig mit heißem Wasser ausgewaschen und 
Filtrat und Waschwasser bei schwach schwefelsaurer Reaktion 
auf ungefähr 250—300 ccm eingeengt. Nun wurde mit Ammo¬ 
niak stark alkalisch gemacht: dabei fiel ein großer Teil un- 
zersetzten Guanins aus, dieser wurde abfiltriert und für sich 
darauf untersucht, ob etwa hier Substanzen mitgefallen waren, 
die mit Silbernitrat in neutraler Lösung einen Niederschlag gaben. 
Dieses war nicht der Fall. 
Nunmehr wurde mit ammoniakalischer Silbernitratlösung 
der Rest des Guanins aus der stark alkalischen Reaktionsflüssig¬ 
keit ausgefällt und das vom Guaninsilber abgelaufene Filtrat 
mit Salpetersäure neutralisiert. Dabei trat nun, trotzdem reich¬ 
lich Silber in der Flüssigkeit vorhanden war, nur eine leichte 
Opalescenz ein, die nach mehrtägigem Stehen in einem unwäg¬ 
baren Hauch sich zu Boden setzt. Irgend ein merklicher Nieder¬ 
schlag, wie ihn Burian beschreibt, konnte nicht erhalten werden. 
Es hatten sich also in meinem Versuche, in dem ich 
etwa die vierfache Menge Guanin angewandt hatte, wie Burian 
im «Versuch 3 des Protokolls », mehr wie doppelt so viel, wie 
im «Versuch 8 des Protokolls», keine Pyrimidinkörper aus 
Guanin beim Sieden mit Schwefelsäure und Zusatz von Rohr¬ 
zucker gebildet. Wäre ein Pyrimidinderivat in der Zersetzungs¬ 
flüssigkeit vorhanden gewesen, so hätte es auch zweifellos von 
mir gefunden werden müssen. 
Meine Versuche stehen im direkten Widerspruch mit denen 
Burians, er erhält durchaus nicht unbedeutende Mengen an 
Pyrimidinderivaten, z. B. im «Versuch 8 des Protokolls», aus 
5 g Guanin Ô,3 g eines in Nadeln krystallisierenden Körpers, 
den er für «Isocytosin» erklärt. 
Auf welche Weise Burian zu seinen Resultaten ge¬ 
kommen ist, darüber lassen sich kaum Vermutungen auf¬ 
stellen. Da er nichts über die Herkunft seines Guanins angibt, 
könnte man vielleicht denken, daß seinem Guanin Pyrimidin- 
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