Bauhaus-Universität Weimar

Zur Kenntnis der Schwefelverbindungen des Nervensystems. 499 
Cerebrin sich befindet, geht daraus hervor, daß sich aus dem 
Präparat durch Behandlung mit Chloroform gesättigter 5°/oiger 
Salzsäure in der Kälte nur minimale Mengen Schwefelsäure 
gewinnen lassen (aus 1,5 g nur 0,003 g BaS04). 
Aus der mehr salzartigen Verbindung mit Lecithin könnte 
die Schwefelsäure wohl eher auf diese Weise entfernt werden. 
Nimmt man an, daß der reduzierende Zucker nur aus Cerebrin 
stammt, so ergibt die Berechnung mehr Cerebrin, wie in obiger 
• • 
Verbindung vorhanden sein kann. Der Uberschuß ist wohl auf 
Gamgees Pseudocerebrin oder Thierfelders Cerebron zu 
beziehen. Wie mir nun Dr. Levene persönlich mitteilt, läßt 
sich im Protagon mit der Orcinprobe eine Pentose nachweisen. 
Die Verhältnisse liegen also ziemlich verwickelt und das Stu¬ 
dium der Zusammensetzung des Protagongemisches scheint mir 
daher zurzeit wichtiger als langwierige Untersuchungen darüber, 
ob ein einheitlicher Körper vorliegt oder nicht.1) Obgleich mein 
Präparat weniger Stickstoff und mehr Schwefel enthält, wie 
man bisher gefunden, ist mir die Darstellung der Verbindung 
von Lecithin und Cerebrin mit Schwefelsäure noch nicht ge¬ 
lungen. Auch müssen noch weitere Untersuchungen darüber' 
• # 
entscheiden, welchem Anteil des Protagons der Uberschuß von 
einem Molekül Stickstoff zukommt. 
Interresant ist, daß, wie schon Noll für das Cerebrin an¬ 
gegeben, auch der hier untersuchte Schwefel, den ich von jetzt 
ab als Lipoidschwefel bezeichnen werde, vorwiegend in der 
weißen Substanz vorhanden, wie aus folgenden Zahlen ersichtlich. 
Lipoidschwefel in Prozent der Trockensubstanz 
berechnet 
Muskel 0,008 
Submaxillardrüse 0,018 
Hoden 0,023 
Leber 0,036 
Graue Nervensubstanz 0,040 
Weiße » (corpus callosum) 0,180 
Weitere schwefelhaltige Körper aus den Lipoiden zu ge¬ 
winnen, ist mir noch nicht gelungen, obgleich alle Präparate, 
*) W. Cramer und H. C. Lockhead M. C., The Biochemical Jour¬ 
nal, 1907, Bd. II, S. 355.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.