Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XVI. Mitteilung: Weitere Verdauungs- und Resorptionsversuche
Person:
London, E. S. W. W. Polowzowa
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18615/8/
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E. S. London und W. W. Polowzowa, 
werden mußten, indem unser Resorptionshund (Pudel) infolge 
einer Divertikelbildung für weitere Versuche untauglich gemacht 
wurde. Infolgedessen wollen wir hier hauptsächlich die Re¬ 
sorption der Eiweißabbauprodukte besprechen, während wir 
die übrigen Versuche nur in ihren Grundzügen wiedergeben 
werden. 
Wir haben an unserem Resorptionshunde zur Untersuchung 
der Resorption von Eiweißabbauprodukten 8 Versuche ausge¬ 
führt, indem wir demselben Produkte der Fleischverdauung im 
Magen und Darm, die von unseren Fistelhunden in den früheren 
Ver suchen gewonnen wurden, durch das Jejunum durchleiteten. 
Diese Versuche sollten in folgende Punkte Licht bringen: 1. In 
welchem Grade resp. in welcher Konzentration die Produkte 
der peptischen und tryptischen Eiweißverdauung im Darm zur Re¬ 
sorption zu gelangen pflegen. 2. Ob die einer Magenverdauung 
unterzogenen Eiweißstoffe durch letztere ohne jede Mitwirkung 
der Duodenalsäfte für die Resorption geeignet gemacht werden. 
3. Inwiefern die Eiweißsubstanzen im Laufe der Verdauung im 
gesamten Magendarmtraktus (mit Ausnahme des Dickdarms) vom 
Organismus ausgenützt werden, d. h. ob und in welchem Maße 
dieselben im Jejunum noch resorbiert werden können. Außerdem 
haben wir 4. das Schicksal der Duodenalsäfte (Galle und Pankreas- 
safO im Darme, soweit es sich um deren Stickstoff handelt, 
sowie auch 5. deren Rolle beim Resorptionsprozeß zu erläutern 
gesucht. In den gewöhnlichen Versuchen an unseren Fistel¬ 
hunden, wo wir die Verdauungsprodukte mit den Verdauungs¬ 
säften gemischt gewinnen, können wir die Menge der letzteren 
nur durch indirekte Berechnungen approximativ bestimmen. 
Dank der beschriebenen Versuchsanordnung haben wir aber 
die Möglichkeit, die Beimengung der Verdauungssäfte 
sowohl in ihrer Quantität, wie auch Qualität zu regu¬ 
lieren, indem wir abgemessene Mengen des einen oder des 
anderen Verdauungssaftes oder aber deren bekannten Gemisches 
den Versuchslösungen zufügen oder dieselben für sich allein 
durch den Darm passieren lassen und sowohl deren Schicksal im 
Darme, wie auch deren Bedeutung für den Abbau und Assimilation 
verschiedenartiger Nahrungsstoffe in vivo studieren können.
        

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