Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XVI. Mitteilung: Weitere Verdauungs- und Resorptionsversuche
Person:
London, E. S. W. W. Polowzowa
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18615/7/
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XVI. 431 
holten wir die Einleitung der Versuchslösung. Die ausgeschiedene 
Flüssigkeit hatte sehr trübes und dickliches Aussehen und be¬ 
trug gewöhnlich 40—60°/o der eingeführten Quantität. Der 
zwischen jeder Einspritzung und Ausscheidung verflossene Zeit¬ 
raum, welcher die Schnelligkeit der Darmperistaltik charakteri¬ 
siert, betrug gewöhnlich 2—5 Minuten, manchmal etwas mehr 
oder weniger; die Ausscheidung jeder Portion von 40—50 ccm 
dauerte 5—10 Minuten, so daß die Injektionen dementsprechend 
nach 10—15—20 Minuten wiederholt werden mußten, und folg¬ 
lich war die Resorptionsdauer für je 40—50 ccm Versuchs¬ 
lösung ebenfalls gleich 10—15—20 Minuten. 
Im Laufe des Versuchs entleeren sich in die Schale die 
Duodenalsäfte aus der oralen Fistelhälfte entweder getrennt 
— Galle oder Pankreassaft — oder aber auch gemischt; von 
Zeit zu Zeit erscheinen auch einzelne Portionen Magensaft, 
welcher sowohl an stark saurer Reaktion, wie auch an dem 
dieselben begleitenden Pylorusgeräusch erkennbar ist. 
Je nach der Menge und der Zusammensetzung der Ven- 
suchslösungen dauerten unsere Versuche bei ein und derselben 
DurchleitungsSchnelligkeit eine bis drei Stunden. Nach Aufhören 
jeder Ausscheidung wurde der Kolben nochmals gewechselt 
und eine (terminale) Darmspülung mit 100 ccm physiologischer 
Kochsalzlösung vorgenommen; die aufgefangene Kochsalzlösung 
wurde der ausgeschiedenen Versuchslösung beigefügt, die Ge¬ 
samtmenge mit Essigsäure schwach angesäuert, durch Einleiten 
von Wasserdampf enteiweißt, filtriert und das Filtrat weiterer 
Analyse unterworfen. 
II. Zur Eiweißresorption. 
Der Zweck unserer Untersuchungen bestand darin, die Re¬ 
sorptionsverhältnisse im Darm bei verschiedenartiger Nahrung zu 
erforschen. Wir haben daher in unseren Versuchen sowohl lös¬ 
liche Produkte der Eiweiß Verdauung, wie auch kohlehydrate- und 
fetthaltige Lösungen verwendet. Es gelang uns aber einstweilen 
nur für die erste Kategorie von Versuchslösungen einen mehr 
oder weniger abgeschlossenen Untersuchungskreis auszuführen, 
während die beiden übrigen Versuchsreihen vorzeitig abgebrochen 
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