Bauhaus-Universität Weimar

Zur Abwehr. 
Von 
Fr. Kutscher. 
(Der Redaktion zugegangen am 11. August 1907.) 
In seinen Angriffen, die Herr v. Gulewitsch unter dem Titel «Zur 
Richtigstellung» gegen meinen letzten Abwehrartikel richtet, stellt er 
wiederum die Behauptung auf, er habe in seinen zusammen mit Ami- 
radzibi angestellten Versuchen über das Verhalten des Carnosins gegen 
Silbernitrat, fixe Basen und Ammoniak sich äquimolekularer Lösungen 
bedient. 
Bereits in meinem vorigen Abwehrartikel habe ich den Nachweis 
erbracht, daß die Herren zu all ihren Versuchen nur Lösungen 
benutzten, deren Gehalt an Carnosin, an Silbernitrat und 
Salpetersäure ihnen vollkommen unbekannt war. Der gleiche 
Nachweis läßt sich natürlich sofort jeder Zeit wieder führen, und Herr 
v. Gulewitsch kann dagegen nicht das geringste Vorbringen. 
Wenn Herr v. Gulewitsch trotzdem fortgesetzt Lösungen, in denen 
ihm weder die Menge noch das Verhältnis der einzelnen Bestandteile 
bekannt war, als äquimolekulare zu bezeichnen versucht, so verstößt er 
gegen die Grundregeln der Chemie. Damit erledigt sich diese Sache 
eigentlich.1) Möge deshalb Herr v. Gulewitsch ruhig mit seinen die 
Grundlagen der Chemie erschütternden «Richtigstellungen» weiter fort¬ 
fahren. 
x) Zum Überfluß kann man noch ohne weiteres zeigen, daß die 
«äquimolekularen» Lösungen, mit denen Herr v. Gulewitsch früher 
gearbeitet hat, sich durchaus nicht so verhalten, wie diejenigen, 'mit 
denen er seine letzten Versuche angestellt hat. Ich bin auf diese Ver¬ 
hältnisse nicht näher eingegangen, denn die Angabe des Herrn v. Gu¬ 
lewitsch, er habe früher äquimolekulare Lösungen benutzt, ist nach 
dem oben Gesagten überhaupt nicht mehr diskutabel.
        

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