Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die spontane Ausscheidung einer Caseinverbindung aus Milch
Person:
Preti, Liugi
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18612/5/
Über die spontane Ausscheidung einer Caseinverbindung aus Milch. 4-23 
Darnach ist Labcasein kaum löslich in der Suspension 
von Calciumcarbonat und Wasser, Säurecasein merklich löslich, 
entsprechend den Angaben von Hammarsten. Die Löslich¬ 
keit des letzteren geht verloren durch Erhitzen auf 110° und 
beide Caseine verhalten sich alsdann ganz gleich. Feuchtes 
Labcasein scheint sich übrigens etwas mehr zu lösen. 
IV. Löst man Casein (Säurecasein) in Kalkwasser und 
zwar den Angaben von Courant1) folgend in dem Verhältnis 
von 0,3 Casein zu 10 ccm gesättigtem Kalkwasser, neutralisiert 
die Lösung unter andauerndem starken Rühren nahezu mit 
sehr verdünnter Phosphorsäure, so zeigt die Lösung bei Lab¬ 
zusatz nach kurzer Zeit Gerinnung. Lösungen von Labcasein 
sollen diese Gerinnung nicht zeigen. Bei Ausführung dieses 
Versuches stieß ich beim Labcasein auf eine Schwierigkeit, 
welche den Versuch vereitelte. Beim Zusatz von Phosphor¬ 
säure bildeten sich jedesmal Niederschläge, lange ehe neutrale 
Reaktion erreicht war. In dem alkalisch reagierenden Filtrat 
war durch Lab keine Gerinnung zu erhalten, doch ist dieses 
natürlich nicht beweisend, da die alkalische Reaktion an sich 
schon die Labgerinnung hindert. Vielleicht beruhte die Un¬ 
möglichkeit, den Gerinnungsversuch anzustellen, darauf, daß 
das Labcasein nicht gereinigt und sehr kalkreich war. 
Endlich werden noch Unterschiede zwischen dem Filtrat 
von Säurecasein und Labcasein hinsichtlich des Gehalts an 
Calcium und Eiweißkörpern angegeben und zwar in dem Sinne, 
daß das Labcaseinfiltrat, wie erklärlich, ärmer ist an Calcium, 
dagegen reicher an Eiweißkörpern. Quantitative Angaben nach 
dieser Richtung scheinen nicht vorzuliegen, ich habe daher 
einige Versuche hierüber angestellt. Nachfolgende Tabelle III 
enthält den N-Gehalt und Calciumgehalt der betreffenden Fil¬ 
trate bezogen apf 100 ccm Milch. 
Der höhere Stickstoffgehalt des Filtrats bei der Labge¬ 
rinnung wird von Hammarsten und seinen Schülern auf die 
Bildung eines Eiweißkörpers bei der Labgerinnung zurückgeführt. 
0 Pflügers Archiv, Bd. L, S. 109, und Inaug.-Dissertation 1891, 
S. 28. 
28*
        

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