Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XV. Mitteilung: Zur Frage über das Verhalten des Fleisches im Magen
Person:
London, E. S. W. W. Polowzowa
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18609/4/
4Ô6 E. S. London und W. W. Polowzöwa, 
folgender weise : Wir entnahmen für unsere Kontrollprobe zu 
gleicher Zeit wie die Versuchsportion, nachdem das hierfür 
bestimmte geschabte Fleisch gut gemischt wurde, ebenfalls 
100 g und verfuhren damit genau in gleicher Weise wie mit 
dem Speisebrei, d. h. wir trockneten es, zerrieben es sehr fein 
und entnahmen mehrere Proben zur Bestimmung des Stick¬ 
stoffes. Die in der Tabelle I angegebenen Zahlen zeigen die 
Mittelwerte aus den einzelnen Bestimmungen, welch letztere 
übrigens sehr wenig abwichen. 
• • 
Die Tabelle I gibt eine Übersicht der erhaltenen Resultate. 
Wie aus der 10. vertikalen Kolumne (Tab. I) zu ersehen 
ist, hat unser Pylorusfistelhund trotz der beträchtlichen Ver¬ 
dauungsintensität (93°/o im Versuch IV und 88°/o im Versuch V 
— diese Zahlen sind ja natürlich ein wenig zu groß, weil bei 
ihnen der Stickstoff der extrahierten Stoffe mitgerechnet ist) 
in allen Versuchen durch den Pylorus einen Brei mit größerem 
Stickstoffgehalt entleert (von 0,247 g bis 0,447 g, im Mittel 
0,367 g), als er mit der Fleischnahrung bekommen hat. 
Aus der Zusammenstellung der Kolumnen 5, 6 und 7 geht 
weiter hervor, daß bei Fleischfütterung die Peptonbildung im 
Magen gegenüber den Aibumosen in den Vordergrund tritt. Daß 
es dabei zur Aminosäureabspaltung nicht oder kaum kommt, wissen 
wir aus direkten Versuchen der Magenverdauungsprodukte.*) 
Der erwähnte Überschuß (im Mittel 0,367 g) an Stickstoff 
muß selbstverständlich auf die verschiedenen Körpersäfte be¬ 
zogen werden, welche sich bei unserem Hund vom Isthmus 
orale bis zum Pylorus dem Speisebrei beimischten. Es kommen 
hier in Betracht Speichel, Schleim und Magensaft mit abge¬ 
schabten Zellen und Bakterien. Wir wollen diese Mischung 
einfach «cispylorische» Säfte nennen, um sie von den «trans- 
pylorischen» Säften, welche im Darme dem Speisebrei sich 
zufügen (Galle, Pankreas-und Darmsaft mit abgeschabten Zellen 
und Bakterien), zu unterscheiden. 
Um den Stickst off geh alt der cispylorischen Säfte gewisser¬ 
maßen abschätzen zu können, benutzten wir wie teilweise auch 
*) Abderhaïden-Kautzsch-London,DieseZeitschr.,Bd.XLYIII, 
S. 549.
        

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