Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abbau des Diglycyl-glycins und der Biuretbase im Magendarmkanal des Hundes
Person:
Abderhalden, Emil E. S. London Carl Voegtlin
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18601/4/
Abbau des Diglycyl-glycins und der Biuretbase usw. 337 
hydrat. Weder Diglycyl-glycin noch Glycyl-glycin waren nach¬ 
weisbar. Da bis jetzt bei allen Untersuchungen Glykokoll im 
Chymus des Duodenums bei Fleischfütterung nicht aufgefunden 
worden ist, darf wohl angenommen werden, daß das isolierte 
Glykokoll auf das verfütterte Diglycyl-glycin zurückzuführen ist. 
d) Stelle der Fistel: 1 m vor dem Coecum. Verfüttert 
200 g Fleisch -J- 1,4 g Diglycyl-glycin. Dauer des Versuches 
9 Stunden. Gewicht des aufgefangenen Chymus 130 g. Es ließ 
sich weder Diglycyl-glycin noch ein Abbauprodukt dieses Tripep- 
tids nachweisen. Offenbar war schon alles zur Resorption gelangt. 
e) Fistel 2—3 cm vor dem Coecum. Verfüttert 500 g 
Fleisch -)- 0,9 g Diglycyl-glycin. Dauer des Versuches 13^2 
Stunden. Gewicht des Chymus 130 g. Auch hier fahndeten wir 
vergeblich auf Diglycyl-glycin und auf Abbauprodukte. Aus diesen 
Versuchen geht hervor, daß das Diglycyl-glycin, das durch Pan¬ 
kreassaft nicht oder doch nur in geringem Umfange angegriffen 
wird, bereits im Duodenum energisch zur Spaltung kommt. 
II. Versuche mit Triglycyl-glycinäthylester (Biuretbase 
von Curtius). 
a) Pylorusfistelhund Usaty: Fütterung mit 700gFleisch 
+ 2,4 g Biuretbase. Während des öVe Stunden dauernden 
Versuches wurden in das Duodenum Produkte peptischer Ver¬ 
dauung eingeführt. Nach den Injektionen blieb der Pylorus je¬ 
weilen 7—10 Minuten geschlossen. Das Gewicht des gesamten 
Chymus betrug 707 g. Auch hier wurde zunächst aus sehr 
verdünnter ca. l°/oiger Lösung mit Phosphorwolframsäure ge¬ 
fällt und Niederschlag und Filtrat für sich bearbeitet. Wir 
suchten in beiden Portionen getrennt mit Hilfe der Estermethode 
nach schwer löslichen Esterchlorhydraten. Aus dem zerlegten 
Phosphorwolframsäureniederschlag konnten wir weder Triglycyl- 
glycinesterchlorhydrat noch Abbauproduktö der Biuretbase iso¬ 
lieren, dagegen gelang es, aus dem nicht mit Phosphorwolfram¬ 
säure fällbaren Teil einen schwer löslichen salzsauren Ester 
abzuscheiden. Er schmolz gegen 210° und zeigte einen Chlor¬ 
gehalt von 11,95 °/o. Berechnet sind für den salzsauren Triglycyl- 
f glycinäthylester C10H19O5N4Cl ll,41°/o CI. Es lag somit offenbar 
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