Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weitere Studie über den Abbau einiger Polypeptide durch die roten Blutkörperchen und die Blutplättchen des Pferdeblutes
Person:
Abderhalden, Emil H. Deetjen
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18593/4/
Über den Abban einiger Polypeptide durch rote Blutkörperchen. 283 
Haushalte der betreffenden Formelemente eine Rolle spielen. 
Unter normalen Verhältnissen scheinen sie die Zellen nicht zu 
verlassen, wenigstens enthält das Plasma im allgemeinen keine 
Glycyl-l-tyrosin spaltende Fermente. Es muß ferner unser Be¬ 
streben sein, die aufgefundenen Fermente zu isolieren, d. h. das 
wirksame Prinzip aus den Zellen abzutrennen. Wir haben nach 
dieser Richtung bereits Versuche gemacht und solche in Arbeit. 
Es ist uns vorläufig gelungen, durch Auslaugen von bei niederer 
Temperatur eingetrockneten Blutkörperchen mit Wasser ein 
wirksames Extrakt zu erhalten. 
Es sei noch ganz besonders hervorgehoben, daß durch 
diese Untersuchungen zum ersten Male der scharfe Nachweis 
geführt worden ist, daß bestimmte Zellen peptolytische Fermente 
enthalten. Alle Versuche nach dieser Richtung sind bis jetzt 
stets mit Organextrakten resp. Organpreßsäften ausgeführt wor¬ 
den, wobei natürlich keine bestimmten Zelltypen ausschließlich 
zur Untersuchung kamen. 
Selbstverständlich interessierte uns auch das Verhalten 
der Leukocyten zu Polypeptiden lebhaft. Es ist uns bis jetzt 
nicht geglückt, aus Blut absolut reine weiße Blutkörperchen zu 
gewinnen, dagegen besitzen wir einige Erfahrung über das Ver¬ 
halten von Lymphe und von sterilem Eiter. Die Lymphe stammte 
von einem Hunde, der eine Fistel am Ductus thoracicus besaß. Die 
Lymphe war während etwa 6 Stunden nach Fleischfütterung auf¬ 
gefangen worden. Wir verdanken ihre Gewinnung der Güte des 
Herrn Prof. London, St. Petersburg. Die Lymphe war vor 
ihrem Gebrauch durch eine Chamberlandkerze filtriert worden. 
Wir haben zwei Versuchsreihen ausgeführt, einmal eine mit 
Lymphe und Wasser ohne weiteren Zusatz und eine mit Lymphe 
und Plasma resp. Serum. Es erfolgte erst nach längerer Zeit 
(4 Tagen) Abscheidung von Tyrosin. Seine Menge war auch 
nach 6 Tagen noch gering. Da die Möglichkeit vorliegt, daß 
auf dem etwa 8 Tage dauernden Transport der Lymphe eine 
Schädigung der Fermente eingetreten war, so können wir ein 
bestimmtes Urteil nicht abgeben. Wir hatten auch ein Prä¬ 
parat zur Verfügung, das durch Eintrocknen der Lymphe unter 
vermindertem Druck gewonnen war. Es erwies sich als ganz
        

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