Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XII. Mitteilung: Zur Frage über den Einfluß der Nahrungsmenge auf die Magenverdauung
Person:
London, E. S. W. W. Polowzowa
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18589/5/
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E. S. London und W. W. Polowzowa, 
sowohl auf die Motilität, wie auch auf die Verdauungstätigkeit 
des Magens hindernd wirken. Wir konnten uns an zahlreichen 
Versuchen am Magenfisteihund überzeugen, daß bei mittleren 
Nahrungsmengen der Verdauungsprozeß im Magen nur an der 
Peripherie, d. h. an Stelle der unmittelbaren Berührung des 
Mageninhaltes mit der Magenschleimhaut zustande kommt: beim 
Öffnen der Magenfistel fließt zunächst eine gewisse Quantität 
Flüssigkeit, ein Gemisch von Verdauungsprodukten mit dem Magen¬ 
saft ; die folgenden Portionen des Speisebreies stellen ein leichtes, 
halb verdautes Fleisch dar, während die im Zentrum des Magen¬ 
inneren sich befindenden Massen aus ganz unverändertem, nicht 
einmal durchwärmten Fleisch zusammengesetzt sind. Bei ganz 
kleinen Fleischportionen, z. B. bei 100, 200 g, wo der gesamte 
Mageninhalt mit der Magenschleimhaut in Kontakt kommt, ändern 
sich die Verhältnisse insofern, als der größte Teil des Speisebreis 
vom Magensaft durchtränkt ist und einen größeren oder geringeren 
Grad der Erweichung und Verdauung darstellt. 
Was nun die Verdauung im engeren Sinne anbetrifft, so 
gestatten unsere Analysenresultate keine bestimmten Schlüsse 
darauf. Wie aus der Tabelle ersichtlich, zeigte sowohl das Ver¬ 
hältnis des Filtrats zu dem Filterrückstand, wie auch dasjenige 
zwischen den einzelnen Verdauungsprodukten keine Gesetz¬ 
mäßigkeit, indem sie einmal mit der Vergrößerung der Nahrungs¬ 
menge sich vermehren, ein anderesmal sich vermindern oder 
sogar beinahe unverändert bleiben. 
Soweit die geschilderten Untersuchungen es erlauben, lassen 
sich folgende Schlüsse ziehen: 
1. Mit der Vergrößerung der Eiweißnahrungsmenge ver¬ 
mehren sich progressiv die im Magen in dem gegebenen Mo¬ 
ment verweilenden Stickstoffquantitäten sowohl in ihren absoluten 
Werten, wie auch in Prozenten des eingeführten Stickstoffs. 
2. Die aus dem Magen entweichenden absoluten Stickstoff¬ 
mengen wachsen im gegebenen Fall bis zu einem Maximum an 
(bei 600 g), verbleiben auf dieser Höhe bei 800 g und 1000 g und 
vermindern sich wieder mit der weiteren Vermehrung der 
Nahrungsquantität ; die Prozentzahlen zeigen dagegen stetige 
Verminderung.
        

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