Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XII. Mitteilung: Zur Frage über den Einfluß der Nahrungsmenge auf die Magenverdauung
Person:
London, E. S. W. W. Polowzowa
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18589/4/
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. XII. 243 
Mit der Vergrößerung der Nahrungsmenge steigen die Quan¬ 
titäten des im Magen aufgefundenen Stickstoffs in einer ziemlich 
regelmäßigen Progression sowohl in ihren absoluten Werten, 
wie auch in Prozenten des Nahrungsstickstoffs und zwar: bei 
100 g Fleisch beträgt dieselbe 0,2610 g N (7,83 °/o), bei 200 g ist 
sie gleich 1,0547 g N (15,97 °/o), bei 300 g — 2,5342 g (24,67 %>), 
bei 400 g — 3,5734 g (27,87 °/o), bei 500g — 5,8582 g (36,55°/o), 
bei 600g - 7,8442g (40,36°/o), bei 800g — 13,8669g(54,15°/o), 
1000 g — 20,2102 g (63,05°/o) und bei 2485 g — 70,0703 g 
(87,96°/o). Außerdem läßt sich auch eine gewisse Proportionalität 
zwischen den eingeführten Fleischmengen und den entsprechenden 
im Magen verweilenden Stickstoffmengen nachweisen: indem sich 
die ersteren um das doppelte, dreifache etc. vergrößern (200, 
300, 400 g etc.) konstatieren wir ein Anwachsen der Stickstoff¬ 
quantitäten um 1 : 4,2 : 10,1 : 14,1 : 93,3 : 31,3 etc., oder in °/o 
ausgedrückt, um 1 : 2 : 3,2 : 3,6 : 4,7 ... 
Dagegen zeigen die aus dem Magen entwichenen Stickstoff¬ 
mengen abweichendes Verhalten, indem dieselben mit der Ver¬ 
mehrung der Nahrungsmenge zunächst ebenfalls progressiv zu¬ 
nehmen, bis sie bei 600 g ein Maximum von 11,3894 g N erreichen, 
auf dieser Höhe bei 800 g und 1000 g verweilen, um dann bei 
2485 g, (Versuch IX), wahrscheinlich aber schon früher wieder bis 
9,5889 g herabzusinken. Die Prozentzahlen zeigen ein stetiges 
regelmäßiges Absteigen von 92,17 °/o (bei 100 g Fleisch) bis 
12,04 °/o (bei 2485 g). 
Der letzte Versuch IX muß besonders berücksichtigt werden, 
insofern derselbe ein Beispiel der Magenverdauung bei maximaler 
Magenfüllung darstellt. Wir gaben nämlich unserem Versuchs¬ 
hunde (Woltschok) so viel Fleisch, wie er nur fressen mochte, 
diese Menge betrug 2750 g; der Hund fraß dasselbe mit dem 
größten Appetit quf, aber nach einer Stunde erbrach er 255 g; 
der überfüllte Magen suchte sich augenscheinlich so rasch vom 
überflüssigen Inhalt zu befreien, daß der natürliche Weg (Pylorus) 
nicht mehr dazu ausreichte. Als wir nach drei Stunden die 
Entleerung des Mageninhaltes Vornahmen, konstatierten wir, daß 
der Magen ganz mit vollkommen unverdautem Fleisch vollge¬ 
stopft war, was darauf hinweist, daß zu große Nahrungsmengen
        

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