Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Versuche mit dem Stanékschen Verfahren zur quantitativen Bestimmung des Cholins
Person:
Kiesel, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18588/14/
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A. Kiesel, 
gekocht, wobei die Lecithine zerfallen und demnach die später 
in der Lösung enthaltene Cholinmenge nicht der ursprünglich 
vorhandenen entspricht; sie ist vermehrt durch die bei der 
Spaltung des Lecithins erhaltene Quantität. Selbstverständlich 
muß man das Kochen mit Barytwasser unterlassen, wenn man 
die ursprünglich vorhandene Cholinmenge bestimmen will. In 
letzterem Falle ist gegen diese Extraktionsmqthode einzuwen¬ 
den, daß bei der leichten Veränderlichkeit des Lecithins letz¬ 
teres möglicherweise sich während der Verarbeitung des Al¬ 
koholextraktes partiell zersetzen kann.1) Außerdem ist es 
noch fraglich, ob alles vorhandene Cholin in die alkoholische 
Lösung quantitativ übergehen wird. E. Schulze fand in einem 
Versuche mit Lupinus albus,2) bei Extraktion mit Alkohol, 
daß sowohl im alkoholischen, als auch in dem aus dem Rück¬ 
stand dargestellten wässerigen Extrakte Cholin in beträcht¬ 
licher Menge enthalten war. Dasselbe folgt auch aus einem 
von mir ausgeführten Versuche (Versuch XVIII). Deshalb war 
in allen von mir im weiteren angegebenen Versuchen die 
Extraktion dreimal mit einer gegen 70° erwärmten 6—Stächen 
Menge Wasser vorgenommen, bei welcher Extraktionsmethode 
man gegen eine Zersetzung des Lecithins so weit als mög¬ 
lich gesichert ist. Da das Cholin, wie auch seine bekannten 
Salze, gut in Wasser löslich sind, so darf man annehmen, daß 
das Cholin vollständig in die wässerige Lösung übergeht. 
Nach dem Aufnehmen des Rückstandes in Wasser ent¬ 
fernte Stanëk das Eiweiß und andere Substanzen mit Tannin, 
fällte den Uberschuß von Tannin mit Baryt und dampfte nach 
Ansäuern mit Schwefelsäure bis zum dünnen Sirup ein. Die 
nachstehenden Bestimmungen wurden in der gleichen Weise 
ausgeführt, mit dem Unterschiede, daß ich das Eiweiß usw. 
mit Bleiessig fällte und das durch die später hinzugefügte Schwefel¬ 
säure nicht ganz entfernte Blei noch mit Schwefelwasserstoff 
vollständig ausschied. 
Stanëk bemerkte, daß die Flüssigkeit, wenn sie bei der 
q E. Schulze, Landw. Versuchsst., 1895; Bd. XLVI, S. 70. 
2) Diese Zeitschrift, Bd. XLVII, 1906.
        

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