Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Versuche mit dem Stanékschen Verfahren zur quantitativen Bestimmung des Cholins
Person:
Kiesel, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18588/11/
Versuche zur quantitativen Bestimmung des Cholins. 225 
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doch nicht gefällt war, so wurde zuerst nur das mit dem 01 
beim ersten Einbringen desselben in den Tiegel getränkte Fil¬ 
trierpapier nach Kjeldahl auf Stickstoff untersucht. Es erwies 
sich aber, daß darin 0,0031 g Stickstoff enthalten war (NHS- 
Menge entsprach 1,1 ccm a-Natronlauge). Deshalb wurde das 
Öl mit großer Sorgfalt, wobei aber doch Verluste wegen seines 
Anhaftens und Verschmierens nicht zu vermeiden waren, in den 
Tiegel gebracht und der Inhalt desselben nach vorsichtigem 
Auswaschen in einen Kjeldahl-Kolben gebracht. Dabei wurden 
noch 0,0067 g Stickstoff gefunden (NH3-Menge entsprach 2,37 ccm 
a-Natronlauge), was zusammen mit der ersten Stickstoffbestim¬ 
mung eine Stickstoffmenge von 0,0098 g ausmacht. Der aus 
der Formel C6H5C2H4NH2HC1 berechnete Stickstoffgehalt der an¬ 
gewendeten Substanzmenge betrug 0,0126 g. Somit war eine, 
bei Berücksichtigung der erwähnten Fehlerquellen genügende 
Übereinstimmung erhalten worden. 
Das Ergebnis dieses Versuches hat insofern ein Interesse, 
als das Phenyläthylamin, wenn es bei der Cholinbestimmung 
in dem verarbeiteten Material anwesend ist, nicht nur teil¬ 
weise, was ganz unzweifelhaft, sondern sogar vollständig in 
die sogenannte Cholinfällung eingehen kann. Dabei könnte 
eine halb fest, halb ölig aussehende Fällung entstehen. Wie 
wir unten sehen können, bildet sich bei der Cholinfällung aus 
Pflanzenauszügen eine derartige kompakte Masse. 
Versuch XIII. 
Einen weiteren Versuch machte ich mit Lupanin, dem in 
den Samen von Lupinus albus vorkommenden Alkaloid, welches 
von E. Schulze auch in Keimpflanzen der genannten Art ge¬ 
funden ist.1) Es wird, wie das Cholin, durch Quecksilberchlorid 
gefällt und liefert, wie die genannte Base, ein in kaltem ab¬ 
soluten Alkohol lösliches Chlorid. Daher war es von Interesse 
zu untersuchen, ob sich das Lupanin gegen das Stanëksche 
Reagens anders, als das Cholin, verhält. Zuerst wurde ein 
nicht ganz reines Präparat von salzsaurem Lupanin zur Fällung 
verwendet. 
i) Diese Zeitschrift, Bd. XLVII, S. 519 (1906).
        

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