Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über ein grünes vom Indol sich ableitendes Harnpigment. I. Mitteilung
Person:
Benedicenti, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18586/6/
182 
A. Benedicenti, 
Es war interessant zu untersuchen, wie die n-alkylierten 
und C-alkylierten Derivate des Indolins im Vergleich mit diesem 
Körper selbst sich im Organismus verhalten und aus diesem 
Grunde veranlaßte ich Herrn Cuttitta1) im hiesigen Labora¬ 
torium diese Frage vom pharmakologischen Standpunkte aus 
zu studieren. Er konnte feststellen, daß die Toxicität dieser 
drei Körper nur gering ist, immerhin scheint da!S Indolin selbst 
einen größeren Giftigkeitsgrad zu besitzen, als seine methyl- 
• • 
ierten Derivate. In Übereinstimmung mit dieser Tatsache ist 
es interessant die Ergebnisse der neuesten Untersuchungen von 
Hervieux2) zu erwähnen, der keine Giftwirkung des a-Methyl- 
_ •• 
indols, a ß-Dimethylindols, des Trimethylindols und des ß'-Athyl- 
indols auf Hunde, Ziegen und Kaninchen nachweisen konnte. 
Was nun das Verhalten der drei von uns untersuchten 
Substanzen im tierischen Organismus betrifft, so wurde beob¬ 
achtet, daß wenn man Hunden und Kaninchen das Indolin per 
os oder durch subkutane Injektion einführt, man in dem Harne 
große Mengen von Indigo nachweisen kann ; ganz andere Re¬ 
sultate hat man hingegen, wenn man das Trimethyl-, bezw. 
n-Methylindolin einführt. In diesem Falle wird der frisch ent¬ 
leerte Harn, dem man in der Kälte eine seinem Volumen gleiche 
Menge rauchender Salzsäure hinzusetzt, rasch rosafarben und 
dann später rot. Keines der gewöhnlichen Lösungsmittel, wie 
Chloroform, Schwefeläther, Essigäther, Petroläther, Benzol, 
Schwefelkohlenstoff, vermag diese Farbe aufzunehmen wenn 
man diese Substanzen mit dem so erhaltenen Harne schüttelt, 
wohl aber Amylalkohol und zwar mit der größten Leichtigkeit. 
Das Absorptionsspektrum der roten amylalkoholischen Lösung 
besitzt einen weniger scharfen Streifen im Rot als das Skatol 
und dieser Streifen ist im Vergleich mit dem bei der letzt¬ 
erwähnten Substanz etwas mehr nach rechts verschoben. 
Während nun aber der Harn derjenigen Tiere, welchen 
das Trimethylindolin verabreicht wurde, auch beim längeren 
*) Cuttitta, Süll’ azione fisiolog. e comport, nell’ organismo dell’ 
indolina etc. Giorn. R. Accad. di medicina di Torino, Vol. XIII, anno LXX. 
2) Hervieux, Sur la prétendue toxicité des corps du groupe de 
Findol. Compt. rend, hebdom. Soc. Biol., Mai 1907.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.