Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis der organischen Bestandteile des Serums
Person:
Letsche, Eugen
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18576/79/
Beiträge zur Kenntnis der organischen Bestandteile des Serums. 109 
• • 
kohol und Äther ausgezogen. Filtrat und Waschflüssigkeiten 
werden zusammen im Vakuum zur Trockene eingedampft. Der 
Trockenrückstand wird der Reihe nach mit Petroläther (Äther), 
Alkohol und Wasser ausgezogen, wobei schließlich bis auf einen 
kleinen Eiweißrest alles wieder in Lösung geht. 
Die Zerlegung des in Petroläther (oder Äther) löslichen 
Gemenges geschah nach 2 verschiedenen Methoden. 
Verseift man den beim Verdunsten des Petroläthers blei¬ 
benden Rückstand und zieht man die Seifen mit Äther aus, 
so erhält man neben dem typischen Cholesterin, dessen Vor¬ 
kommen im Blut ja schon lange bekannt ist und für das nun 
endgültig wohl die Formel C27H460 anzunehmen sein dürfte, 
geringe Mengen anderer cholesterinartiger Stoffe. 
In dem Seifengemenge finden sich neben Cholin, welches 
außer in Form von Cholinplatinchlorid und der schon lange 
bekannten HgCl2-Doppelverbindung C5H14N0C1 • 6HgCl2 auch 
noch in Gestalt zweier weiterer HgCl2-Doppelverbindungen un¬ 
bekannter Zusammensetzung erhalten werden konnte, und neben 
den Natriumsalzen der gewöhnlichen Fettsäuren, die wie das 
Cholin1) zum größten Teil aus verseiftem Lecithin stammen, 
noch die Natriumsalze zweier weiterer Säuren. 
Die zweibasische Säure C39H59N09, die in Form 
ihres Bleisalzes isoliert werden konnte, ist bisher im Serum 
*• 
noch nicht nachgewiesen worden. Uber ihre Konstitution und 
ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe N-haltiger Ver¬ 
bindungen müssen spätere Untersuchungen Klarheit schaffen. 
Sie ist zweifellos als ein primärer Bestandteil des Serums auf¬ 
zufassen, was ich von der zweiten Säure, für welche ich die 
Formel C19H36N4O30Ag12 aufgestellt habe, ohne jedoch die Un¬ 
wahrscheinlichkeit, ja geradezu Unmöglichkeit einer solchen 
Formel zu verkennen, nicht behaupten möchte. 
Bei der zweiten Methode vermied ich das Verseifen und 
zerlegte das Gemenge durch sukzessive Behandlung mit ver¬ 
schiedenen Lösungsmitteln. Dabei konnte ich zunächst den 
*) Ein Teil des Cholins stammt aus dem Jecorin; frei ist es im 
Serum sicher nicht enthalten.
        

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