Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis der organischen Bestandteile des Serums
Person:
Letsche, Eugen
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18576/68/
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Eugen Letsche, 
und lassen sich somit sehr leicht vom NaCl trennen. Die Haupt¬ 
menge besteht nach Aussehen, Löslichkeit und Reaktion zu 
schließen aus eiweißartigen Stoffen. 
Nach den Angaben von Mittelbach1) läßt sich im Harn 
verschiedener Säugetiere (Pferd, Rind) Harnsäure nachweisen 
und es war deshalb das Vorkommen dieser Verbindung im 
Blut dieser Tiere wohl denkbar. Da Harnsäure in konzen¬ 
trierter HCl vollkommen unlöslich ist, so mußte sie in unserem 
Falle, wenn sie nicht eben nur in Spuren vorhanden war und 
nicht vielleicht bei dem Vorhandensein größerer Quantitäten, 
die beigemengten organischen Stoffe ihre Löslichkeit außer¬ 
ordentlich erhöhten,2) neben dem NaCl sich vorfinden. Unter¬ 
sucht wurde ein geringe Mengen (1,2®/«) organischer Stoffe 
enthaltender Niederschlag, der aus 30 1 Serum stammte ; das 
Volumen des HCl-Auszugs betrug 660 ccm — war also ver¬ 
hältnismäßig klein. Der Rückstand (NaCl -|- organischem Ma¬ 
terial) wird mit etwa einem Liter kaltem Wasser geschüttelt, 
die Lösung filtriert und das im Wasser Unlösliche auf Ton ge¬ 
trocknet; die Lösung bleibt auf Zusatz von Magnesia-Silber¬ 
mischung (nach Salkowski-Ludwig) auch bei längerem Stehen 
vollkommen klar ; der in Wasser unlösliche Teil gab die Murexid¬ 
reaktion nicht; Harnsäure ist also in diesem Teil sicher nicht 
enthalten. 
II. Kupferchlorürniederschlag. 
Das Gemenge von Cu2Cl2 und Cu20 enthält, gleichgültig, 
ob es aus einem nach dem direkten oder nach dem indirekten 
Verfahren hergestellten Auszug stammt, stets einen großen Teil 
des N in einer Form, die auch in heißem Wasser nicht oder 
jedenfalls nur sehr schwer löslich ist. Die nebenstehende kleine 
Tabelle VII gibt die bei 2 Aufarbeitungen erhaltenen Zahlen 
wieder. 
Im ersten Falle finden sich somit 55,8 °/o, im zweiten 
51,2 °/o des anfänglich in der Lösung vorhandenen N im Nieder- 
9 Diese Zeitschrift, Bd. XII, S. 463. 
2) Harnsäure löst sich nach His und Paul (Diese Zeitschrift, 
Bd. XXXI, S. 1) in reinem Wasser wie 1 : 39500; nach Taylor ist die 
Löslichkeit im Serum wie 1 : 1000 (Journal of Biol. Chem., Bd. I, S. 177).
        

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