Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis der organischen Bestandteile des Serums
Person:
Letsche, Eugen
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18576/67/
Beiträge zur Kenntnis der organischen Bestandteile des Serums. 97 
eine Krystallhaut sich bildet (Gesamtvolumen rund 1000 ccm); 
diese Lösung sättigt man mit gasförmigem Chlorwasserstoff, wo¬ 
bei man durch gute Kühlung (Kältemischung!) dafür sorgt; daß 
die Flüssigkeit sich nicht erwärmt. Die Temperatur war während 
der 4 Stunden, die diese Sättigung in Anspruch nahm, meist 
6—80 ; nur ein einzigesmal stieg die Temperatur — als der 
Gasstrom zu stark war und das Rühren unterbrochen wurde — 
für einen kurzen Augenblick auf 18°, um aber dann sofort 
eben so rasch wieder zu sinken. Der Niederschlag*) wird ab¬ 
gesaugt und das Filtrat (1100 ccm enthaltend 1,13 g N) sofort 
mit dem 4 fachen Volumen Wasser verdünnt. Die Hauptmenge 
der HCl wird mittels frisch hergestellten Cu20 2) entfernt und 
das Gemenge von Cu2Cl2 und Cu20 mit luftfreiem kochend 
heißen Wasser ausgewaschen, bis das Wasser vollkommen 
farblos abläuft. 
I. Anorganischer Niederschlag. 
Der beim Einleiten von Salzsäuregas in die wässerige 
Lösung entstehende Niederschlag ist bei Einhaltung des eben 
beschriebenen Verfahrens so gut wie vollkommen frei von or¬ 
ganischen Bestandteilen. Arbeitet man jedoch nach dem weiter 
oben (S. 95) angedeuteten direkten Verfahren, so finden sich 
neben den anorganischen Bestandteilen (zur Hauptsache aus 
NaCl bestehend) geringe Mengen organische Substanz. 
Diese organischen Stoffe (ihre Menge beträgt meist nur 
etwa 1 o/o) sind in kaltem Wasser zum größten Teil unlöslich 
0 Ist vollkommen frei von organischen Substanzen. 
2) Zur Darstellung größerer Mengen Cu20 erwies sich folgendes 
Verfahren als recht praktisch: 
300 g CuS04 • 5 H20 und 200 g Glukose werden in je 750 ccm 
Wasser gelöst. Man gießt die Lösungen zusammen und versetzt die 
Mischung in der Kälte solange mit verdünnter Natronlauge (D 1,04), 
bis die letzten Flocken Cu(0H)2 sich eben lösen. Man stellt dann die 
Lösungen in größeren Rundkolben, in Wasser von 65—70° (die Tem¬ 
peratur im Kolben stieg schließlich bis 42°). Nach etwa 2—3 Stunden 
ist die Reduktion beendigt und hat sich der Niederschlag abgesetzt. Man 
gießt die braune Lösung ab, bringt den Niederschlag auf die Nutsche 
und wäscht ihn alkalifrei. In ganz kurzer Zeit lassen sich auf diesem 
Wege auch größere Mengen Cu20 sehr leicht und sicher hersteilen. 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LUI. 7
        

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