Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis der organischen Bestandteile des Serums
Person:
Letsche, Eugen
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18576/36/
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Eugen Letsche, 
stellenden Bedingungen neben den Estern des Cholesterins 
auch freies Cholesterin vorhanden». Ob Hepner Cholesterin 
aus Plasma isoliert und durch Schmelzpunkt oder andere Eigen¬ 
schaften charakterisiert hat, ist aus seiner Arbeit nicht zu 
ersehen. Er gibt darüber nur folgendes an: «Die (ätherischen) 
• • 
Mutterlaugen desselben (nämlich des Olsäureesters) enthielten 
in einigen Versuchen auch freies Cholesterin.» « 
Unter diesen Umständen schien es mir wohl angebracht, 
eine definitive Entscheidung dieser Frage zu versuchen. Die 
Äther-Acetonmutterlauge wird im Vakuum möglichst weit ein¬ 
geengt und der Rückstand zunächst durch Schütteln mit Wasser 
von eventuell vorhandenen wasserlöslichen Substanzen1) befreit. 
Sollten dabei die in Wasser unlöslichen Bestandteile sich nur 
schwer und langsam abscheiden, so kann man die Abscheidung 
durch Kochsalzzusatz erleichtern und beschleunigen. Man trennt 
die wässerige Flüssigkeit im Scheidetrichter ab; sie reagiert 
schwach sauer; Seifen, die Cholesterin in Lösung halten könnten, 
sind somit keine vorhanden. Man wäscht die wasserunlös¬ 
lichen Bestandteile wiederholt mit Wasser (oder eventuell Koch- 
• • 
Salzlösung) und nimmt sie dann in Äther auf; man trocknet 
diese Lösung über Na2S04 und läßt dann das Lösungsmittel 
teilweise verdunsten. Durch vorsichtigen Zusatz von Alkohol 
zu der stark eingeengten Lösung erreicht man die Abscheidung 
cholesterinartiger, fester Stoffe, aus deren Mutterlauge etwas 
Greifbares nicht mehr zu erhalten ist. 
Die festen Abscheidungen trocknet man auf Ton über 
H2S04. Behandelt man die vollkommen wasserfreie, gelb ge¬ 
färbte Masse mit wenig warmem Alkohol, so erreicht man die 
Abtrennung einer ohne weiteres Umkrystallisieren bei 76° 
schmelzenden Verbindung, die, nach ihren Eigenschaften zu 
schließen, den von Hürthle2) beschriebenen Palmitinsäure¬ 
cholesterinester darstellt. Die alkoholische Lösung läßt bei 
teilweisem Verdunsten etwa 0,2 g einer bei 138° schmelzenden 
x) In dem Rückstand finden sich offenbar flüchtige Fettsäuren, 
-deren Herkunft jedoch ungewiß ist; es ist wohl möglich, daß sie wenig¬ 
stens zum Teil aus dem Aceton stammen. 
2) Hürthle, Diese Zeitschrift, Bd. XXI, S. 331.
        

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