Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dritter Abschnitt: Hydrodynamik. Viertes Capitel: Wellenzeichner
Person:
Fick, Adolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18562/5/
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Viertes Capitel. Wellenzeiclmer. 
werden. Es lässt sich aber angeben, welche Bedingungen der Treue des 
Instrumentes günstig sind. Vor Allem ist das eine auch schon ohne 
mathematische Deduction ersichtlich, dass die selbständigen Schwin¬ 
gungen der Masse M um so mehr in den Hintergrund treten werden; je 
kleiner diese Masse ist, um so schneller nämlich werden die selbständigen 
Schwingungen durch die nie fehlenden Widerstände zum Verschwinden 
gebracht. 
Es scheint von demselben Gesichtspunkte aus vortheilhaft, die 
Widerstände gegen die Bewegungen der schwingenden Masse verhältniss- 
rnässig gross zu machen. Diese Betrachtung entspricht aber nicht den 
Resultaten der Rechnung, welche Mach durchgeführt hat. Diese Rech¬ 
nung zeigt, dass bei kleinem Widerstande allerdings im Anfänge die 
vom Wellenzeichner gelieferte Curve weit abweichen kann von der wah¬ 
ren Curve der einwirkenden Druckschwankung, dass aber diese Entstel¬ 
lung durch die Eigenschwingungen des Instrumentes auch hei den 
kleinsten Widerständen mit derZeit verschwindend klein wird, wäh¬ 
rend eine andere Entstellung, welche nicht mit der Zeit abnimmt, um so 
grösser ist, je grösser die Widerstände sind. Es ist also jedesfalls nicht 
vortheilhaft, besondere Widerstände in einem Wellenzeichner wirken zu 
lassen. 
Es ist ferner für die Treue des Wellenzeichners günstig, wenn die 
schwingende Masse M überall nur kleine Geschwindigkeiten annimmt, 
denn alsdann wird sie niemals vermöge ihrer Trägheit selbständig viel 
über die Lage hinausgehen, welche ihr durch die jeweilige Wirkung der 
zu untersuchenden variabelen Kraft ertheilt wird. So misstraut z. B. 
Niemand den Angaben des Barometers in dem Sinne, dass etwa die 
Quecksilbersäule unter dem Einflüsse des veränderlichen Luftdruckes 
selbständige Schwingungen ausführte, und beim Steigen des Druckes 
über den Punkt hinausschösse, welchen ihr der jeweilige Werth dieses 
Druckes anweist. Dies rührt eben daher, dass die Quecksilbersäule des 
Barometers nie grosse Geschwindigkeiten erlangt. 
Um bei einem Wellenzeichner zu bewirken, dass die Masse M nur 
kleine Geschwindigkeiten annimmt, muss man die Kräfte, welche sie in 
ihrer Gleichgewichtslage erhalten, recht gross machen, denn alsdann ge- 
räth sie eben stets nur in Schwingungen von kleiner Amplitude. 
Wir gehen jetzt zur Beschreibung der einzelnen gebräuchlichen 
Wellenzeichner über. 
I. Das Lud wig’sche Kymographion. 
Fig. 50 (a. f. S.) stellt das Instrument in der ihm ursprünglich von 
Ludwig gegebenen Einrichtung dar, doch wird es leicht sein, sich an 
dieser Zeichnung auch die neueren Modificationen anschaulich zu machen. 
b ist der rotirende Cylinder, auf den die Curve gezeichnet wird; er wird 
mittelst eines in der Figur sichtbaren Uhrwerkes durch ein sinkendes
        

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