Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Kenntnis der Autolyse. 
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Wenn man auf die Unterschiede bei ihrer Kleinheit auch 
keinen großen Wert legen wird, so folgt doch jedenfalls so 
viel daraus, daß die Autolyse der Leber in Blut nicht schwä¬ 
cher ist, wie die in Alkalilösung von 0,265 °/o Na2C03. 
Auch aus Versuchsreihe VII ergibt sich, daß das Blut einer 
Autolvse unterliegt. Der Zuwachs an Gesamt-N beträgt 0,0504 g, 
der an Monoaminosäuren-N 0,0246 g, ist also allerdings recht 
geringfügig. 
Vergleicht man die Autolyse der Leber in Blut mit der 
in alkalischer Lösung, so ergibt sich folgendes: 
In der Mischung 4 ist der Gesamtstickstoff (nicht koagu¬ 
lierbar) gefunden 0,5935 g. Davon entfällt auf das Blut 0,2128 g, 
also auf die Leber 0,3825 g. In der Autolyse der Mischung 3 
ist gefunden 0,3752 g, also fast dieselbe Zahl. 
An Monoaminosäurenstickstoff fand sich in Mischung 4 
0,271 g; davon entfällt auf das Blut 0,0716 g, also auf die 
Leber 0,1994 g. Die Autolyse der Leber in der alkalischen 
Flüssigkeit hat 0,1500 g ergeben; Es ist also noch ein ge¬ 
ringes Plus für die Autolyse der Leber in Blut vorhanden. 
Was speziell die in Blut selbst stattfindende Autolyse 
betrifft, so haben M. Ascoli und Moreschi1) in den Leuko- 
cyten ein Ferment von derselben Wirkung wie das autolytische 
gefunden. Erben2) hat beobachtet, daß sich im menschlichen 
Blut nach dreitägiger Digestion zwar kein Pepton, wohl aber 
Albumosen in geringer Menge finden. 
III. Versuche mit bluthaltiger und blutfreier Leber. 
Ich nahm zwei ungefähr gleich schwere Kaninchen. Das 
eine wurde durch Durchschneiden der Carotis getötet, die Leber 
herausgenommen und von der Pfortader aus solange mit phy¬ 
siologischer Kochsalzlösung durchspült, bis die Flüssigkeit aus 
den Lebervenen farblos abfloß. Das andere Kaninchen wurde 
durch Nackenstich getötet und nach einer halben Stunde die 
Leber entnommen. Natürlich hatten die Organe ein sehr ver¬ 
schiedenes Aussehen : die erste Leber war grauweiß, die zweite 
9 Lavori dell’XI Congresso Medico, Roma 1902. 
2) Münch. Med. Wochenschr., 1906, S. 2567.
        

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