Bauhaus-Universität Weimar

Über verschiedenartige Hemmung der tryptischen Verdauung. 
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Trypsin wird am Antikörper gebunden, wenn die Reihenfolge des 
Mischens Antikörper — Trypsin — Casein ist, und zwar wird bis 
zu einer gewissen Grenze desto mehr Trypsin neutralisiert, je 
länger und bei je höherer Temperatur die Antikörper-Trypsin¬ 
mischung aufbewahrt wird, bevor das Casein zugegeben wird. 
Die stärkste Verdauung wird erhalten oder die geringste Menge 
Trypsin wird vom Antikörper aufgenommen, wenn die Reihen¬ 
folge Casein — Trypsin — Antikörper innegehalten wird, und zwar 
ist es für die Verteilung des Trypsins gleichgültig, ob das 
Casein-Trvpsingemisch vor dem Zugeben des Antikörpers einige 
Zeit auf bewahrt wird oder nicht. Wenn das Casein-Trypsin¬ 
gemisch vor dem Zusatz des Antikörpers aufbewahrt wird, muß 
jedoch die gebrauchte Trypsinmenge so gering sein, daß vor 
dem Zugeben des Antikörpers keine merkbare Verdauung statt¬ 
findet. 
Aus der eben erwähnten Arbeit zitiere ich die Ergebnisse 
einiger der Versuche, die sich auf den Einfluß der Reihenfolge 
des Mischens beziehen. In allen diesen Versuchen wurden ge¬ 
ringe Mengen von Antikörper angewandt. Die angeführten Zahlen 
geben die Verdauungsfähigkeit des Endgemisches, d. h. die mit 
dem Casein verbundene Trypsinmenge in unten des näheren zu 
erklärender Weise an. Die Bedeutung der drei Kolumnen wird 
ohne weiteres klar. Das Mischen geschah in angegebener Reihen¬ 
folge bei Zimmertemperatur. In denVersuchen, deren Ergebnisse 
sich in der dritten Kolumne wiederfinden, wurde das Antikörper- 
Trypsingemisch so lange vor dem Zugeben des Caseins bei 
Zimmertemperatur aufbewahrt, als noch eine Abnahme des wirk¬ 
samen Trypsins stattfand, d.h. bis der Antikörper seine maximale 
Wirkung erreicht hatte, was 2—3 Stunden in Anspruch nahm. 
Ohne Antikörper Casein-Trypsin-Antikörper Antikörper-Trypsin-Casein 
12,1 10,95 4,85 
25,0 22,8 17,9 
16,6 7,55 3,7 
15,65 * 12 8 
Es liegt auf der Hand, daß das Trypsin sich zunächst 
mit der Substanz (Casein oder Antikörper) verbinden muß, mit 
welcher es zunächst vermischt wird; bei dem nachträglichen
        

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