Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hydrolyse des Keratins aus Horn und aus Wolle
Person:
Abderhalden, Emil Arthur Voitinovici
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18538/19/
366 Emil Abderhalden und Arthur Voitinovici, 
des erhaltenen Niederschlages an Baryt innig verrieben. Das 
Gemisch füllten wir nun mit etwa einem Liter Wasser in eine 
Flasche und brachten diese 12 Stunden auf eine Schüttelma¬ 
schine. Das gebildete phosphor wolframsaure Baryum saugten 
wir nun ab und fällten im Filtrat den Baryt quantitativ mit 
Schwefelsäure. Das Filtrat vom Baryumsulfat verarbeiteten 
wir genau nach der Vorschrift von Kossel und Kutscher1) 
auf Histidin, Lysin und Arginin. Histidin schien nicht vorhanden 
zu sein. Das Lysin wiesen wir als Pikrat nach und vom Ar¬ 
ginin bildeten wir das Nitrat und das Kupfersalz. Die Aus¬ 
beute an Lysin betrug 1,1 g und an Arginin 12,6 g. 
Das Filtrat der Phosphorwolframsäurefällung verarbeiteten 
wir auf Oxyprolin. Wir entfernten zunächst die überschüssige 
• • 
Phosphorwolframsäure mit Baryt und dessen Überschuß nach 
Filtration des phosphorwolframsauren Baryums mit Schwefel¬ 
säure. Das nun erhaltene Filtrat enthielt noch Salzsäure. Diese 
entfernten wir durch Schütteln der Flüssigkeit mit Silbersulfat. 
Im Filtrat des Chlorsilbers und des ungelöst gebliebenen Silber¬ 
sulfats entfernten wir das gelöste Silber mit Schwefelwasser¬ 
stoff. Das Filtrat von Silbersulfid engten wir unter vermin¬ 
dertem Druck stark ein und ließen dann den erhaltenen Sirup 
mehrere Tage im Vakuumexsikkator über Schwefelsäure stehen. 
• Allmählich erfolgte Krystallisation. Die abgeschiedenen Krystalle 
zeigten nicht das Aussehen des Oxyprolins. Zur genaueren 
Identifizierung der erhaltenen Verbindung stellten wir ihr ß-Naph- 
talinsulfoderivat dar. *) Das erhaltene Produkt zeigte die Eigen¬ 
schaften des ß-N apht al insuifo s er ins. Es schmolz gegen 209°. 
0,1601 g Substanz gaben 0,3124 g C02 und 0,0648 g H20 
Berechnet für CJ3H1305NS: Gefunden: 
52,88 °/o G und 4,41 °/o H. 53,21 °/o C und 4,53 °/o H. 
Es bleibt unentschieden, ob neben dem Serin Oxyprolin 
vorhanden war. Jedenfalls kann seine Menge nicht groß ge¬ 
wesen sein. Die Ausbeute an Serin betrug 4,6 g. 
*) A. Kossel und F. Kutscher, Beiträge zur Kenntnis der Eiwei߬ 
körper, Diese Zeitschrift, Bd. XXXI, S. 165, (1900/01). 
*> E. Fischer und P. Bergeil, Über die ß-Naphtalinsulfoderivate 
der Aminosäuren, Ber. d. Deutsch, ehern. Ges., Bd. XXXV, S. 3779 (1902).
        

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