Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über eine umkehrbare Fermentreaktion im heterogenen System. Esterbildung und Esterverseifung
Person:
Dietz, Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18535/37/
Über eine umkehrbare Fermentreaktion im heterogenen System. 315 
Lösung: Ferment: 
E2 ~-t 2E 
Ce = ]/k7c^ 
im Ferment : in Lösung. 
/ 
Die im Ferment wirkende Esterkonzentration würde also 
proportional sein der Quadratwurzel aus der Esterkonzentration 
in der Lösung. Nun verhalten sich aber die Ester normal. Es 
ist daher auf diesem Wege eine Erklärung der halben Potenz 
ausgeschlossen. 
Bei der Ableitung der kinetischen Formel auf S. 293 war 
die Voraussetzung gemacht worden, daß die Verteilung der 
Reaktionskomponenten zwischen Lösung und Ferment nach dem 
Nernstschen Verteilungssatze erfolgte. Also: 
1. Ce im Ferment = a • Ce in Lösung. 
Die Versuche mit 8°/o Wassergehalt des Amylalkohols in 
Tabelle 6—11 zeigen nun aber, daß durch die Annahme einer 
Verteilung des Esters nach dieser Gleichung den experimen¬ 
tellen Tatsachen nicht entsprochen wird. Nimmt man dagegen 
die modifizierte Form der obigen Gleichung: 
1 / 
2. Ce im Ferment = a • Ce in Lösung 
als gültig an, so tritt vollständige Übereinstimmung der berech¬ 
neten Größen ein. 
Der obige Ausdruck an Stelle des Henryschen Gesetzes 
ist nun durchaus nicht ungewöhnlich. So folgen z. B. die Ad¬ 
sorptionserscheinungen oft nicht dem einfachen Verteilungs¬ 
gesetz, sondern einer modifizierten Form, analog der obigen. 
Der Exponent ist zwar hier nicht immer gleich V2, doch ist 
er für Stoffe, die einigermaßen erheblich adsorbiert werden, 
näher an La als an 1 gelegen. Für Stoffe, welche nur schwach 
adsorbiert werden, ist der Exponent ungefähr gleich 1. 
Betrachtet man also die Konzentrationen, welche im Fer¬ 
ment herrschen, durch Adsorption hervorgerufen, so erscheint 
diese Auffassung sehr geeignet, die Tatsachen zu erklären. 
Es war nun interessant zu untersuchen, ob eine Adsorp¬ 
tion der reagierenden Komponenten, insbesondere des Ester^
        

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