Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis des oxydativen Abbaues der Keratine mit Wasserstoffsuperoxyd
Person:
Breinl, Ferdinand Oskar Baudisch
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18524/11/
Zur Kenntnis des oxydativen Abbaues der Keratine usw. 169 
des 30°/oiges H202 nicht verändert. Erst auf Zusatz von etwas 
Eisensulfat trat reichliche CO 2-Ent wicklung ein. 
Cystin, das bei der Hydrolyse des Keratins in ziemlich 
reichlicher Menge gebildet wird, liefert beim Kochen mit H202 
Kohlensäure und einen Aldehyd (wahrscheinlich Acetaldehyd), 
die saure Lösung enthält viel Ammoniak und Schwefelsäure. 
Als wir 0,074 g Cystin so lange mit H202 kochten, bis die 
Kohlensäureentwicklung aufhörte, und die mit Salzsäure an¬ 
gesäuerte klare Lösung heiß mit BaCl2 fällten, erhielten wir 
0,1411 g BaS04= 25,90 °/o S. Reines Cystin enthält = 26,60°/o S. 
Daraus ist zu entnehmen, daß durch H202 der Gesamt¬ 
schwefel des Cystins zu S03 oxydiert werden kann. Ebenso 
kann man auch den Schwefel des Keratins durch Oxydation 
desselben zu S03 mit 30°/oigem Wasserstoffsuperoxyd quan¬ 
titativ bestimmen. 
Es wurden 1 g lufttrockene Menschenhaare mit 200 ccm 
30°/oigem H202 18 Stunden gekocht und zwar wurde das H202 
in Portionen von 10 zu 10 g hinzugefügt und nach jeder Ein¬ 
tragung so lange gekocht, bis keine Gasentwicklung mehr stattfand. 
Trotz der relativ großen Menge des H202 und der langen 
Kochdauer war immer noch reichliche Kohlensäureentwicklung 
nachweisbar. 
Die Haare waren fast vollständig in Lösung gegangen, 
die klare, wasserhelle Flüssigkeit wurde von dem anorganischen 
Rückstand (0,045 °/o) durch Filtration befreit, auf 500 ccm auf¬ 
gefüllt und in je 100 ccm der Schwefel als BaS04 bestimmt. 
Es wurden 5,91 und 6,3 °/o Schwefel gefunden. 
Die Gesamtschwefelbestimmung der nämlichen Haare 
(mittels Soda und Na202) ergab 5,88 °/o. 
Durch das anhaltende Kochen der menschlichen Haare 
mit 30°/oigem H202 war somit der gesamte Schwefel zu 
Schwefelsäure oxydiert worden. 
Sommer 1906.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.