Bauhaus-Universität Weimar

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H. Euler, 
der Verbindung Enzym-Substrat am Gleichgewicht ist meines 
Wissens bis jetzt nicht berücksichtigt worden. Mehrfach hat 
man die Endzustände als Analoga der falschen GleichgewichteQ 
dargestellt, welche durch eine allmähliche Zerstörung der Fer¬ 
mente bedingt werden. 
Allgemeine Gleichgewichtsbedingungen. 
Mit der Annahme von reaktionsvermittelnden Molekülen 
Enzym-Substrat und Enzym-Reaktionsprodukt ist ausgesprochen, 
daß die Wechselwirkung zwischen diesen Molekülarten sehr 
viel rascher erfolgt als diejenige zwischen den freien Substrat¬ 
molekülen und ihren Spaltprodukten. Es sind also in erster 
Linie die Konzentrationen der Molekülarten Enzym-Substrat und 
Enzym-Reaktionsprodukt, welche den Endzustand bedingen. 
I. Wir machen zunächst die vereinfachende Annahme, daß 
sich in der Zeiteinheit ebenso viele Moleküle Enzym-Substrat 
wie Moleküle Enzym-Reaktionsprodukte an der Reaktion betei¬ 
ligen. Dann ist die Geschwindigkeit kx der Substratzer- 
setzung proportional der Konzentration der Moleküle Enzym- 
Substrat, oder wenn 
£ _ [Enzym-Substrat] 
1 [Enzym] [Substrat] 
so ist 
= Kt [Enzym] [Substrat]. 
In gleicher Weise wird die Geschwindigkeitskonstante der 
Substratbildung ausgedrückt durch 
k2 = K2 [Enzym] [Reaktionsprodukt]l 2 
wenn, wie gewöhnlich, aus 1 Molekül Substrat 2 Moleküle Reak¬ 
tionsprodukt entstehen. Nach van’tHoff ist dann die Gleich¬ 
gewichtskonstante gegeben durch den Quotienten 
kt _ Kt [Substrat] 
k2 Kg [Reaktionsprodukt]2 
l) Falsche Gleichgewichte ist die nicht ganz glückliche Bezeich¬ 
nung für scheinbar konstante Zustände eines chemischen Systems, welche 
durch Reaktionsverzögerungen irgend welcher Art bedingt werden, z. B. 
dadurch, daß der Katalysator der Reaktion während derselben oder 
durch sie verschwindet.
        

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