Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zum Chemismus der Verdauung im tierischen Körper. IX. [Corr.: X.] Mitteilung: Über die Bakterien des Verdauungstraktus beim Hunde
Person:
Horowitz, L. M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18518/8/
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L. M. Horowitz. 
nach weisen. Auch Milche as ein wird durch seine Wirkung teilweise 
peptonisiert: dagegen bleibt in der mit diesen Bakterien ge¬ 
impften Peptonbouillon die Indolbildung gewöhnlich aus. 
Die peptonisierende Wirkung fehlt also fast allen Bakterien 
des Magens resp. des oberen Darmteils. Dem B. mesentericus, 
von dem nur 2—3 Kolonien in je 1 mg des Darminhaltes Vor¬ 
kommen. kann man kaum eine bedeutende Bolle in dieser Hin¬ 
sicht zumuten. Dieser Mangel an peptonisierenden Bakterien 
in dem oberen Darmteil, welch letzterer an den durch ihre 
stark peptonisierende Wirkung ausgezeichneten Verdauungs¬ 
säften reich ist, erscheint sehr zweckmäßig. Im unteren Teil 
des Dünndarms dagegen, wo die Verdauungssäfte ihre Wir¬ 
kung zürn großen Teil eingebüßt haben, wo aber einige Ei- 
weißportionen nicht selten in noch unverdautem Zustande an¬ 
langen. könnte B. septicus putidus, von dem wir in je 1 mg 
des Darminhaltes 200 bis 300 und mehr Individuen finden, 
dank seiner spaltenden Wirkung, an Stelle der Verdauungssäfte 
treten. Eine weitere Rolle bei der Spaltung der Peptone ge¬ 
hört vor allem dem B. coli, der in Peptonbouillon große Mengen 
von Indol erzeugt, und außerdem vielleicht auch dem B. Proteus. 
Die meisten obligaten Bakterien des Dünndarms wirken 
kräftig auf einige Kohlehydrate, namentlich auf Laktose: Sta¬ 
phylococcus albus und aureus. B. Proteus vulgaris. B. septicus 
putidus. B. coli. B. acidi lactici, B. mesentericus vulgatus. Sar- 
cina. Saecharomvces — alle genannten Bakterienarten erzeugen 
in der Milch same Reaktion infolge Säurebildung aus der Lac¬ 
tose. und zwar bilden sie meistensteils Milchsäure, welch letztere 
die Gerinnung des Caseins bewirkt. Bei der Einwirkung des 
Diplococcus enteritis und Micrococcus tetragenus dagegen bleibt 
Lactose unverändert, und die Reaktion der Milch erweist sich 
als neutral oder alkalisch. Was nun die Fette anbetrifft, so 
sind sie ein ganz ungeeignetes Nährsubstrat für die Bakterien: alle 
unsere Versuche. Bakterien auf sterilisierten Stücken Schweine¬ 
fett zu kultivieren, blieben erfolglos. 
Wir beschränken uns auf diese wenigen Bemerkungen 
über die Wirkung der Bakterien auf' Nährstoffe : die genaueren 
Verhältnisse über deren chemische Rolle beim Verdauungsprozeß
        

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