Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Leitungswiderstand des menschlichen Körpers
Person:
Frey, Max von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit18492/2/
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v. Frey, Ueber den Leitungswiderstaxd 
Körpers die Grenzwerthe ermittelt, innerhalb welcher normaler Weise 
Schwankungen stattfinden dürfen. Durch solche Art des Vorgehens 
wird es in den meisten Fällen möglich, die beobachteten Schwellen- 
werthe in normale und pathologische zu sondern; das Verfahren 
lässt aber zuweilen auch im Stiche und ist jedenfalls ein ziemlich 
umständliches. 
Noch weniger befriedigend sind die Anhaltspunkte zur Beur- 
theilung der Erregbarkeit für den faradischen Strom. Da die Aus¬ 
weichung irgend einer Dimension der Stromstössc in absolutem 
Mafse bis vor Kurzem nicht möglich war, so schätzt man die Keiz- 
erfolge durchaus auf Grund der galvanischen Widerstands- bezw. 
Erregbarkeitsverhältnisse. Die Benützung der nach der einen Methode 
gewonnenen Befunde zur Deutung der anderen ist aber nur statthaft 
unter der Voraussetzung, dass galvanische und faradische Wider¬ 
stände, wenn nicht von derselben Grösse, so doch einander 
proportional sind. Gegen diese Annahme hat Mann1) sehr be- 
achtenswerthe Einwände vorgebracht; dass sie im Allgemeinen un¬ 
richtig ist, werde ich im Folgenden zu zeigen haben. 
Es entsteht also der Wunsch, den Widerstand, welchen der 
Körper Wechselströmen entgegenstellt, direkt zu ermitteln und diese 
Aufgabe schien erfüllbar nachdem durch F. Kohlrausch2) für 
die Widerstandsbestimmung in Electrolyten eine Methode angegeben 
worden ist, welche Genauigkeit und Bequemlichkeit verbindet. Die 
Notlnvendigkeit diese Methode auf den Menschen anzuwenden, ist 
von Herrn Prof. A. Hoffmann wiederholt betont worden, und das 
Interesse, welches er sowohl wie Herr Prof. C. Ludwig der Frage 
entgegenbrachten hat Herrn Dr. Wind scheid und mich in 
unserer Absicht bestärkt, den Gegenstand in Angriff zu nehmen. 
Die Mittheilungen, die ich im Folgenden mache, betreffen den metho¬ 
dischen Theil und solche Ergebnisse, welche von allgemein medi- 
cinischem Interesse sind. Ueber die Beobachtungen in klinischer 
Beziehung wird Herr Dr. Windscheid bei einer anderen Gelegen¬ 
heit Bericht erstatten. 
!) Arch. f. klin. Medicin, Bö. 45. S. 311. 
2) Wied. Ann., Bd. 11, 653, Bd. 26, 168.
        

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